Finanzieller Schaden durch unnötige Gutachten

Ich habe mir privat von jemand ein Fahrzeug geliehen, da das eigentlich dafür bestimmte dienstliche Fahrzeug an diesem Tag nicht verfügbar war.

Ich befuhr eine mit Schneemehl bedeckte Straße nahezu mit Schrittgeschwindigkeit und bremste unter diesen Umständen bereits in großen Abstand, also wie man das für gewöhnlich bei schlechten Witterungsbedingungen eben so tut. Auf den Kreuzungen davor erwiesen sich die Bremsen als normal wirksam und reagierten den Umständen entsprechend auch normal. Ein Defekt der Bremsen ist bei dem Fahrtzeug kaum anzunehmen, zumal die Bremsen in der Werkstatt bei letzten TÜV erneuert und geprüft wurden.

Was man nicht sehen konnte war im Kreuzungsbereich unter dem Schneemehl Glatteis. Ich sah kein Glatteis beim Befahren der Straße, rutschte aber plotzlich trotz normaler Bremsung etwa mit halber, hahezu gleichbleibender Schrittgeschwindigkeit auf dem Eis unter dem Schneemehl dem Vordermann langsam gleitend hinten drauf. Man konnte erst nach dem Unfall das Eis unter dem Schneemehr sehen.

Das Gewicht des Kleintransporters hat leider bereits gereicht um seine Stoßstange leicht einzudrücken ohne aber den Lack nennenswert zu beschädigen, da der Tranporter eine Plastikstoßstange hat. Das heisst beim fachgerechtem Ausbeulen wäre noch nicht einmal ein Lackschaden zu sehen gewesen, der eine Neulakierung erfordert hätte.

Die Personalien wurden ausgetauscht und der Betroffene erhielt meine Visitenkarte und wurde von mir aufgefordert mir den Kostenvoranschlag zur weiteren Regulierung des Schadens an die Adresse auf der Visitenkarte zuzusenden. Das der Geschädigte freie Wahl seiner Werkstatt hat ist zunächst dagegen auch nichts einzuwenden, dass er sich an seine Werkstatt wegen eines Kostenvoranschlages wendet. Das ist alles kein
Problem.

Vorsorglich wurde am nächsten Werktag der Haftpflichtversicherung des Halters der Schaden ordnungsgemäß gemeldet und vom Versicherungsvertreter aufgenommen.

Ich habe versucht den Geschädigten mehrfach zu erreichen, weil er sich nicht meldete.

Ich bin dann zum Geschädigten hingefahren habe versucht ihn dort perönlich bezüglich der weiteren Regulierung anzutreffen. Da er anscheinend nicht anwesend war habe ich eine weitere Visitenkarte mit der Bitte um Rückruf in seinem Briefkasten hinterlassen. Der Geschädigte meldete sich zunächst weiterhin nicht.

Nach einiger Zeit rief er schließlich an und teilte mir telefonisch mit, dass der Kostenvoranschlag etwa 230 Euro betrage. Ich sagte das es zunächst über die Haftpflichtversicherung geregelt würde und ich mir vorbehalte nach Erhalt des Kostenvoranschlages den Schaden der Versicherung abzukaufen, was mein gutes Recht ist, da ich sonst dem Halter den Schaden durch Hochstufung zu ersetzen hätte und dies anzuwägen wäre.

Ich sagte ihm deshalb wiederholt er sollte mir den Kostenvorschlag noch zuschicken damit ich diese der Versicherung zusenden kann.

Ich wartete weiter vergebens auf die Zusendung des Kostenvoranschlages. Dann rief die Werkstatt mich an und teilte mit dass der Geschädigte ohne mir den Kostenvorschlag vorher zugeschickt zu haben SEINE Haftpflichtversicherung berauftragt hätte weitere Gutachten einzuholen und verlange die Kosten für die von IHM ohne Notwendigkeit und ohne Veranlassung der Haftpflichtversicherung des Halters zu ersetzen hätte und zwar ohne die Kostenrechnung vorlegen zu müssen.

Ich vermute nun wegen dem seltsamen Verhalten des Geschädigten und der Werkstatt einen sogenannten Insiderjob zwischen Werkstatt, Gutachter und dessen Versicherungen.

Ich verlangte nun nochmal die Kostenrechnung zur Prüfung meines Verdachts, den ich bislang noch nicht zu sehen bekam. Es interessiert mich wer wann was beauftragt hatte und ob ein Beteiligter Schadensminderungspflicht hat oder jemand mich oder die Haftpflichtversicherung hätte vorher konsultieren müssen, da ich die Schadenhöhe des anfang genannten Kostenvoranschlages akzeptierte und nicht bestritt und auch nichts gegen tatsächlich festgestellte, weitere beschädigte Kleinteile einzuwenden hatte.

Die Werkstatt soll dem Geschädigten den Schaden reparieren und aus die Maus.

Gibt es Rechtgrundlagen, auf der ich die Vermutung eines Versicherungsbetruges untermauern kann , also zu Gunstes des Gutachters oder seiner Versicherung geltend machen kann ?

Ich muss ja letztlich den Schaden einer Dienstreise als Betriebsausgabe beziffern und gegenüber den Finanzamt auch glaubhaft belegen können und dazu brauche ich eine hieb- und stichfeste Kostenabrechung ohne alle Tricks.

Ich kenne zwei Beispiele aus der näheren Bekanntschaft die durch einen mit den Beteiligten in geschäftlicher Beziehung stehenden Gesellschaft, erheblichen finanziellen Schaden bei der Abrechnung der Leistungen erlitten hatten.

Die Werkstatt bei der der Halter den Wagen sonst zur Durchsicht bringt sagte mir zu den Fall, dass es üblich wäre, dass eine Werkstatt für einen Kostenvoranschlag ein geringes Entgelt nehmen würde und dieses Entgelt dann mit der ausgeführten Reparatur verrechnet würde wenn die Reparatur in der gleichen Werkstatt ausgeführt wird. Das kenne ich auch so.

Weiter wurde gesagt, dass wenn der Kostenvorschlag unter 1000€ liege, es sittenwidrig zu Lasten der regulierenden Versicherung und letztlich zu meinen Lasten wäre dass die Werkstatt von sich, vorallem ohne dass die Versicherung und ich die Schadenshöhe angezweifelt hätten, überhaupt ein Gutachten beauftragt, ohne dass es einen Auftrag durch die regulierende Versicherung oder durch mich gibt und beides ist nicht der Fall.

Die Werkstatt des Geschädigten gibt aber vor es gäbe eine Rechtgrundlage wonach die Werkstatt diese ohne Veranlassung der regulierenden Versucherung tun dürfe. Die regulierende Versicherung verwies auf die Presse ohne den Artikel beizufügen, aber auch nicht auf ein Aktenzeichen.

Ich habe von so einer Rechtsgrundlage wegen Gutachten durch Dritte noch nie etwas gehört. Ich gehe davon aus, dass das BGB gilt und dort zahlt immer der, der den Auftrag erteilt hat und ich bezweife das es anderslautende Rechtsprechung dafür gibt. Wer kennt sich da aus und kennt ein Urteil oder ein Gesetz welches anders regeln könnte?



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One thought on “Finanzieller Schaden durch unnötige Gutachten

  1. Hallo !

    Warum machen Sie sich all diese Mühe und Gedanken ?
    Die KFZ-Haftpflichtversicherung des Schadenverursachers hat die Verpflichtung zu einer „passiven Rechtschutzfunktion“. Diese ist verpflichtet unberechtigte Ansprüche des Geschädigten auf Kosten der Versicherung abzuwehren.

    Machen Sie davon einfach Gebrauch.

    M.f.G.
    L&O

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