Wer muss die Kosten der Rohrreinigung tragen?

Wer muss die Kosten der Rohrreinigung tragen?

Guten Tag, letzte Woche rief ich meinen Vermieter an, um ihn über die verstopften Rohre im Bad zu informieren. Der Vermieter bestellte eigenmächtig eine Rohrreinigungsfirma. Einige Tage später hatte ich dann eine Rechnung im Briefkasten über 200 Euro ! Hätte der Vermieter mich informieren müssen, dass diese Kosten auf mich zukommen?

Ich bin davon ausgegangen dass dies der Vermieter zahlt, da er mit keinem Wort etwas von Kosten erwähnt hat. Hätte ich das gewusst, hätte ich mich privat um einen Klempner gekümmert, was wahrscheinlich erheblich günstiger gewesen wäre als diese 200 Euro der Reinigungsfirma.
Wer muss zahlen?



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8 thoughts on “Wer muss die Kosten der Rohrreinigung tragen?

  1. Normal heißt es, wer die Musik bestellt bezahlt dafür. Andererseits wie kommt es zu der Verstopfung? Die war ja nicht schon immer da, oder? Die Firma die das macht stellt die Ursache möglicherweise fest-sollte der Grund zB Wurzelwerk im Kanal oder Baulich bed. sein ist es theor. nicht Ihr Verschulden, allerdings ist das oft nicht der Grund, sondern Dinge die NICHT in den Ausguß bzw in d. Toilette gehören. (heißes Fett, Binden usw) Erst mal auf die Rechnung warten die der Mieter i.d.Regel bis zu einem best. Proz. satz auf die Nettomieter im Jahr, ohnehin tragen darf…

  2. Hallo, der Vermieter ist verpflichtet, die Wohnung im einwandfreien Zustand zu halten.
    Er hat die Firma also nicht eigenmächtig bestellt, sondern auch deinen Hinweis hin.

    Dir die Rechnung zu schicken ist okay, fraglich ist aber ob du sie bezahlen musst.
    Das kann man dir aber nur sagen, wenn der Grund der Verstopfung bekannt ist, denn dadurch entscheidet sich die Haftungs- und somit auch die Kostenfrage.

    Also, warum waren die Rohre verstopft?
    Das Helferlein

  3. Rohrreinigungsrechnung! Wer muss was bezahlen?

    lese das einmal

    Im Mietshaus gilt:
    Für Verstopfungen die sich in den Leitungen zwischen der Wohnung und der Hauptleitung befinden, ist der Mieter verantwortlich. Diese alleinig genutzten Wohnungsabflüsse z.B. von Küche oder Bad nennt man Zuleitungen und werden in Mietverträgen meist als Sondereigentum bezeichnet. Für die vom Haus gemeinsam genutzte Hauptleitung (z.B. der Fallstrang oder die Grundleitung) ist der Eigentümer verantwortlich – es sei denn, einem Mieter ist nachzuweisen, dass die Verstopfung der Hauptleitung auf sein Fehlverhalten zurückgeht . Dies könnte z.B. durch das Einbringen von Gegenständen in die Leitung geschehen, die dort nicht hineingehören z.B. Tennisball.

    Quelle
    AKS – Abflusskummer? -Servicenummer! 0800 – 5255050 – Abflussreinigung, Rohrreinigung, Kanaluntersuchung – Rhein-Main

  4. Das ist eine zu pauschale Aussage, die so auch nicht stimmt, da es einige Ausnahmen gibt.
    Grundsätzlich stimmt das aber schon, aber immer ab dem Punkt, wo das Rohr in die Wand geht, ist zuerst einmal der Vermieter dran und muss dem Mieter ein Vershulden nachweisen.
    Das Helferlein

  5. Grundsätzlich ist der Vermieter, egal wo sich die Verstopfung sich befindet, verantwortlich.
    Das ergibt sich schon aus § 535 BGB Inhalt und Hauptpflichten des Mietvertrags.
    Es sei denn, der Vermieter kann dem Mieter oder seinen Besuch, eine fehlerhafte Benutzung nachweisen.

  6. Hallo Jean.
    Dazu brauche ich keine Quelle, das ist Lebenserfahrung
    Grundsätzlich muss der Vermieter alles tragen, was mit der Wohnung zu tun hat. Sie gehört schließlich ihm.
    Nur was im Mietvertrag vereinbart wurde oder unter die Kleinsreparaturklausel fällt, falls angegeben, muss der Mieter übernehmen.
    Ausgenommen natürlich Schäden die er selbst verursacht oder zu verantworten hat.
    Das ist eine pauschale Aussage die zutrifft.

    „Deine“ von der verlinkten Seite stimmt so einfach nicht, da hilft kein murren und meckern
    So ist zum Beispiel meine Hauptleitung im Keller.
    Wenn aber was an den Rohren vom ersten Stock zum Keller hin passiert, bin ich pauschal nicht verantwortlich.
    Ist aber im Bad am Spülstein das Siphon zu, so kann man es zum einen selbst reinigen, zum anderen liegt die Verunreinigung auch in meiner Verantwortung.
    Habe selber zu diesem Thema mit meinem damaligen Vermieter vor Gericht gesessen und gewonnen.
    Mein Klohrohr war verstopft hierbei aber das Fallrohr und er wollte es auch mich abwälzen.
    Die Richter lehnten das aber ab, da keine erkennbar für eine Toilette ungeeigneten Fremdkörper im Rohr waren, sondern dieses sich mit der zeit durch Ablagerungen verengt hatte. Als dann mal etwas mehr durch das Rohr musste, blieb es genau da hängen.
    Der Vermieter musste zahlen.

    Du siehst, pauschal kann man so was nicht sagen. In fast allen Fällen kommt es immer auf die örtlichen Begebenheiten an.
    Dennoch fand ich deinen Verweis hilfreich.
    Das Helferlein

  7. Dennoch fand ich deinen Verweis hilfreich.

    Sehr hilfreich ist er nicht.
    Ganz einfach, weil dieses

     Zitat von Jean
    Im Mietshaus gilt:
    Für Verstopfungen die sich in den Leitungen zwischen der Wohnung und der Hauptleitung befinden, ist der Mieter verantwortlich.

    nicht stimmt, also falsch ist.

    Siehe mein Posting:
    § 535 BGB Inhalt und Hauptpflichten des Mietvertrags.
    Hier mal eine Erklärung zum Urteil AG Menden 4 C 117/98
    Das Wichtigste:
    Zitat:
    Grundsätzlich werden Abwasserrohre sowie die Abwasserleitungen und Installationen im Elektro-, Gas- und Wasserbereich zur Mietsache gezählt. Der Vermieter einer Wohnung ist dazu verpflichtet, die Installationen dem Mieter in einem einwandfrei funktionierenden Zustand zu überlassen,
    […]
    Ein Beispiel aus der Praxis: Verstopft eine Toilette, ist dies alleine noch nicht ausreichend, dass der Mieter dafür haftbar gemacht werden kann. Die Verstopfung könnte die Folge einer verkalkten Leitung sein oder aber auch durch einen Konstruktionsfehler bedingt sein. In diesem Fall liegt die Verstopfung im Risikobereich des Vermieters, der auch dafür aufkommen muss. Kann der Vermieter beweisen, dass die Schadensursache außerhalb seiner Risikoübernahme liegt, kommt der Mieter in die Beweislast.
    Zitat Ende

    Nachtrag:

    Mietverträge enthalten daher sehr oft eine Klausel, die besagt, dass bei einer Verstopfung alle Mieter anteilig in einem bestimmten Verhältnis für die Kosten gemeinsam haften. Derartige Klauseln sind aber unwirksam.(OLG Hamm RE WM 82,201 AG Siegburg Az 4 C 728/78, AG Schwetzingen Az 1C 655/75)
    Quelle: Mietrechtslexikon.de

     

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