Vermieter zieht unberechtigterweise 200€ der Kaution ab

Vermieter zieht unberechtigterweise 200€ der Kaution ab

Hallo Liebe Community,

bitte helft mir. Ich weiß echt nicht was ich machen soll. Bin echt auch auf diesen kleinen Betrag angewiesen.

Am heutigen Tag hatten wir die Wohnungsübergabe. Die Vermieterin hat ausser 3 fehlender Glühbirnenfassungen keinerlei Mängel in der Wohnung gefunden.
Anscheindend hat sie dies nicht erwartet und sich was anderes überlegt um uns auf die Palme zu bringen.
Wir haben bei Einzug eine Klausel in den Mietvertrag bekommen laut dieser wir für das Rausstellen der Mülltonnen und für das Rasenmähen des Gemeinschaftsgartens verantwortlich sind. Da wir 100€ monatlich dadurch gespart haben eine wunderbare Sache. (Ist übrigens nicht festgeschrieben das die Miete dadurch niedriger ist)
Jetzt kommt sie allerdings und will 200€ der Kaution einbehalten mit der Begründung wir wären unseren Pflichten die letzten 4 Monate nicht nachgekommen. Wir wollten wissen wie sie auf so etwas kommt und hat auf Beschwerden der Nachbarn verwiesen. Diese haben wir dann widererwarten der Vermieterin rausgeklingelt und befragt. Diese wussten natürlich nichts davon, dass die Mülltonnen nicht geleert worden wären…. wie denn auch
wurde ja gemacht.

1.
Davon haben wir heute das erste Mal etwas gehört. Wir haben bis auf die letzten 3 Wochen immer alles wie verabredet eingehalten. Wegen diesen 3 Wochen haben wir sogar dem Vermieter bescheid gesagt, dass es uns aufgrund des Umzuges leider nicht möglich ist in einem 250km weit entferntem Ort die Mülltonnen rauszustellen
Muss sie uns nicht, wie es bei so gut wie allem anderen auch ist, erstmal darauf aufmerksam machen, bzw. abmahnen oder ähnliches.

2.
Wie kommt sie auf die Höhe von 200€. Darf man etwas von der Kaution abziehen was nicht Belegbar ist? Ich kann auch einfach sagen der Handwerker der mir die defekte Spülmaschine repariert hat, kostete mich damals 300€, obwohl ich den maroden Schlauch einfach selbst getauscht habe.

3.
Wenn das ganze jetzt wahr wäre und wir wirklich unseren Pflichten nicht nachgekommen wären, dürfte sie da überhaupt an die Kaution gehen? Hat ja nichts mit Beschädigungen an der Wohnung zu tun.

4.
Sie will die Abnahme nicht machen wenn ich ihr nicht unterschreibe das ich mit der verminderten Kaution einverstanden bin. Darf ich darauf bestehen das sie die Abnahme macht ohne etwas von der Kaution reinzuschreiben? Einfach um zu verhindern das sie plötzlich sagt der Betrag wäre wegen irgendwelcher Mängel abgezogen worden.

5.
Warum macht diese Frau so etwas?

Ich hoffe mir kann jemand einen guten Rat geben.

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One thought on “Vermieter zieht unberechtigterweise 200€ der Kaution ab

  1. Hallo supreme, herzlich Willkommen in unserem Rechtsforum.
    Eine unschöne Sache, in die sie da gelaufen sind.

    Die Kaution dient dem Vermieter laut § 551 BGB zur Sicherung von Ansprüche aus dem Mietverhältnis. Grundsätzlicher Tenor des Bundesgerichtshofes (BGH) ist dabei:

    Vermieter können nach Beendigung des Mietverhältnisses Teile der Kaution einbehalten, wenn sie mit begründeter Annahme von einer Nachforderung für angefallene Betriebskosten ausgehen, oder Schäden in der Mietwohnung ersichtlich sind.

    Demnach ist es dem Vermieter nur dann gestattet einen Teil der Kaution oder die gesamte Summe einzubehalten, wenn zu erwarten ist, dass seine Ansprüche aus dem Mietvertrag mit Auszug des Mieters nicht erfüllt werden und daher im Nachhinein auf Kosten zur Beseitigung von Schäden oder Nachzahlungen aus den Betriebskosten sitzen bleiben würde.

    In ihrem Fall bedeutet das:
    Die drei Glühbirnenfassungen sind unverzüglich wieder in die Wohnung einzubauen bzw. die dafür notwendigen Kosten dem Vermieter zu erstatten.
    Weitere Ansprüche seitens der Vermieterin sind ihren Angaben entsprechend nicht zu sehen.

    Eine vertraglich Vereinbarte Verpflichtung zum Herausstellen der Mülltonnen ist wirksam. Ebenso die Regelung zur Gartenpflege. Wenn sie dieser in den letzten drei Wochen nicht erledigt haben, sind sie für angefallene Kosten verantwortlich.
    Sofern ihre Vermieterin für die drei Wochen einen Hausmeisterdienst beauftragt hätte, der statt ihnen die Mülltonnen raus gestellt und den Rasen gemäht hat, so wäre es durchaus legitim diese Kosten durch Einbehalten der Kaution zu sichern.

    Der Vermieterin muss aber ein Schaden entstanden sein.
    Wie hat ihre Vermieterin bei ihrem Anruf reagiert als sie sagten, sie können die Mülltonnen nicht an die Straße stellen und den Rasen nicht mähen.
    Was wurde bezüglich einer Vertretung für diese Aufgaben vereinbart?
    Wann wurde der Rasen zuletzt gemäht?

    Haben andere Mieter in dieser Zeit ihre Aufgaben erledigt und dafür eine geringere Mietzahlung leisten können, so sind sie den Differenzbetrag schuldig.
    Hat die Vermieterin selbst ihre Aufgaben übernommen, so kann sie die dafür notwendigen Kosten ihnen in Rechnung stellen.

    Daher ist die entschiedene Frage, was ist in den letzten drei Wochen passiert, in denen sie nicht mehr ihren Pflichten aus dem Mietvertrag nachgekommen sind?

    Sind der Vermieterin dafür Kosten angefallen, so hat sie diese aber entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen nachvollziehbar zu erläutern.

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