Ungesicherte Fenster – spielende Kinder…

Ungesicherte Fenster – spielende Kinder…

Liebe Gratisrecht.de-Freunde!

Im Treppenhaus eines Mehrparteienwohnhauses befinden sich im 2. Obergeschoss zwei ca. 80 x 80 cm große Fenster, deren Rahmen bis zum Fußboden reichen. Die Fenstergriffe befinden sich in ca. 40 cm Höhe von der Fußbodenfläche.

Diese Fenster verfügen über eine Sicherungsmöglichkeit: Befestigungswinkel sind vorhanden, an denen – für jedes Fenster separat – ein großes und stabiles Schutzgitter angeschraubt werden kann, so dass die Fenster zwar eingekippt, aber nicht mehr völlig geöffnet werden können. Ohne die Schutzgitter können die Fenster weit geöffnet werden, denn die Fenstergriffe verfügen über keinen Abschließmechanismus.

Diese Schutzgitter waren über die ganzen Jahrzehnte, in denen das Haus nun schon steht, immer befestigt. (Das Haus ist 35 Jahre alt.) Vor kurzem jedoch nahm wohl ein Mieter eigenmächtig diese Gitter ab und der neue Vermieter, der diese Immobilie über eine Zwangsversteigerung erwarb, weigert sich, die Schutzgitter wieder anzubringen.

Obwohl er mehrfach – auch schriftlich – darauf hingewiesen wurde, dass die ungesicherten Fenster ein Sicherheitsrisiko für Kinder darstellen, die in einem Moment der Unaufmerksamkeit einmal unbeaufsichtigt diese Fenster öffnen und dann hinausfallen können, interessiert ihn das nicht. Er ist der Meinung die Fenster nicht sichern zu müssen. Außerdem ist es in seinen Augen wichtiger, dass derselbe Mieter, der die Fenster auch abgeschraubt hatte die Fenster besser putzen können muss, weil die angeschraubten Gitter ein Putzen nämlich unmöglich mache.

Im Haus, nur wenige Stufen von diesen Fenstern entfernt, befindet sich eine Mietpartei, die häufig kleine Kinder mit deren gleichaltrigen Freunden zu Besuch hat. Eine weitere Partei mit etwas größeren Kindern kommt gelegentlich auch zu Besuch.

Finden Sie es nicht auch unverantwortlich, diese Fenster nicht sichern zu wollen – nur weil ein Mieter sich beschwert hatte, sie nicht putzen zu können?

Was meinen Sie, ist der Vermieter nicht vielmehr sogar verpflichtet, diese Fenster zu sichern, weil im ungesicherten Zustand eine erhebliche Unfallgefahr besteht? Fällt die Notwendigkeit der Sicherung nicht unter die Wegesicherungspflicht, die er als Eigentümer doch besitzt?

Was ist nun, wenn tatsächlich der schreckliche Fall eintritt und ein Kind fiel hinaus und starb? Sicher trifft es auch die Eltern, die ja die Aufsichtspflicht besitzen. Aber trifft nicht auch ein Teil der Schuld den Vermieter, wenn der von diesem Sicherheitsrisiko wußte, sich aber weigerte, für Sicherheit zu sorgen? Und wie sähe das mit zivil- und auch strafrechtlichen Konsequenzen für den Vermieter aus: Wenn ein Kind tatsächlich zu Schaden (oder sogar zu Tode) käme, könnte bzw. würde man den Vermieter schadenersatzpflichtig machen und besäße er eine Mitschuld, die sich strafrechtlich auswirken könne?

Selbst wenn er nicht gesetzlich verpflichtet ist, die Fenster zu sichern, ist es eine Dummheit ohne Gleichen, die tatsächliche Gefahr nicht erkennen zu wollen und die Reinigungsmöglichkeit über die Sicherheit zu stellen. Denn es böten sich auch andere Sicherungsmöglichkeiten an, z. B. ein anderer, abschließbarer Fenstergriff, so dass die großen und schweren Fenstergitter nicht mal benötigt würden. Aber dieser Vermieter, wie so viele andere wohl auch, macht lieber mehrmals im Jahr teure Urlaube in Übersee – die Geländer und Gitterroste der Gehwege vor der Haustür aber sind verrostet und defekt… (Ganz zu schweigen vom undichten Dach, dem dringend renovierungsbedürftigen Treppenhaus, den verschlampten Tanks usw. usw.)

Was meinen Sie dazu – eigentlich unfassbar sowas, oder?

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