Renovieren bei Auszug? ja / nein / vielleicht ???

Renovieren bei Auszug? ja/nein/vielleicht ???

Hallo,

ich habe zum 31.08. meine Wohnung fristgerecht gekündigt. Nun steht die Frage der Renovierung beim Auszug an.
Die Wohnung wurde von einer Mitarbeiterin der WV schon besichtigt und diese konnte mir auch nicht wirklich sagen ob ich renovieren muss oder nicht.
Mit den Worten „naja, kommt drauf an was im Mietvertrag steht, …hier könnten Sie nochmal weiss streichen und die Tapete, naja,…besser wärs vielleicht…..“, leider keine klare Äusserung.
Sicherlich ist eine frisch renovierte Wohnung für den Vermieter das angenehmste nur habe ich leider keine Lust den sonst wirklich sehr untätigen Vermieter noch eine Wohnung herzurichten wenns nicht sein muss.

Ich habe die Wohnung vor 10 Jahren in nüchternem „Raufaser-weiß“ übernommen.
Die Renovierungsfristen des Mietvertrages habe ich mehr als eingehalten (dank an die Frauen die immer frische Ideen haben ), jedoch sind die Räume teils pastellfarben, aber immer noch hell gehalten.
Teilweise musste die Rauhfasertapete auch einer wohnlicheren Tapete weichen. Alles jedoch ohne knallige Farben und fachgerecht!

Da ich über mehrere neue Beschlüsse über diese Renovierungsgeschichte gelesen habe, wo eine Renovierung bei schwammigen oder unklaren Klauseln
im Mietvertrag wegfällt, möchte ich hier mal um Hilfe bitten, da die Regelungen in meinem Mietvertrag für mich böhmische Dörfer sind .

– muss ich neu tapezieren bzw. streichen?
– wie kann oder muss ich nachweisen, dass die Renovierungsfristen eingehalten worden sind?
– muss ich gar nicht renovieren da die Regelungen zu schwammig/unklar sind?

Unklar ist mir auch, ob mein Mietvertrag eigentlich noch Wirksamkeit besitzt, da der damalige Eigentümer vor Jahren einfach verschwunden ist.
Also Mietvertag mit erstem Eigentümer -> dann in Zwangsverwaltung -> dann nächster Eigentümer -> dann jetziger Eigentümer im Ausland mit WV hier.
Der Mietvertrag wurde nie geändert oder angepasst, nur halt die Miet/Nebenkostenerhöhungen .

hier die Klauseln meines Mietvertrages:

§ 9 Instandhaltung der Mieträume
Der Mieter verpflichtet sich, die Kosten für kleine Instandhaltungen in seiner Wohnung zu tragen. Die kleinen Instandhaltungen umfassen das Beheben kleiner Schäden an Installationsgegenständen für Elektrizität, Wasser, Abwasser und Gas, den Heiz-. Koch- und Kühleinrichtungen, den Fenster- und Türverschlüssen sowie den Bedienungsvorrichtungen für Roll- und Fensterläden bis zu einem Betrag von DM 150,00 im Einzelfall; der Gesamtbetrag darf jährlich 6 % der Jahresgrund- miete, höchstens jedoch DM 450,00 nicht übersteigen.

Der Mieter verpflichtet sich, während der Dauer des Mietverhältnisses notwendig werdende Schönheitsreparaturen fachgerecht auf eigene Kosten ausführen zu lassen. Die Schönheitsreparaturen umfassen sämtliche Anstriche sowie das Tapezie*ren innerhalb der Wohnung, insbesondere das Anstreichen, Kalken oder Tapezieren der Wände und Decken und den Innen*anstrich der Fenster, das Streichen der Türen, Heizungskörper, Versorgungsleitungen sowie sämtliche andere Anstriche in*nerhalb der Wohnung einschließlich derjenigen an Einbaumöbeln und Fußböden. Vor dem Tapezieren sind grundsätzlich die alten Tapeten zu entfernen, der Untergrund mit Tiefgrund einzulassen.

Die Schönheitsreparaturen sind erforderlich in Koch-, Essküchen oder Kochnischen, in Bädern und in Räumen mit Duschanlagen, in Toiletten spätestens alle 3 Jahre und spätestens alle 5 Jahre in allen übrigen Räumen. Der Mieter darf ohne Zu*stimmung des Vermieters bei der Ausführung von Schönheitsreparaturen von der bisherigen Ausführungsart nicht abwei*chen. Er ist für den Umfang der im Laufe der Mietzeit ausgeführten Schönheitsreparaturen beweispflichtig. Die fällig gewese*nen Schönheitsreparaturen sind spätestens bis zur Beendigung des Mietverhältnisses durchzuführen. Kommt der Mieter die*ser Verpflichtung nicht bis spätestens zum Tage des Auszugs nach, so hat er die Kosten für die nachträgliche Ausführung der Schönheitsreparaturen durch den Vermieter zu erstatten, wenn der Mieter trotz Mahnung mit Fristsetzung und Ab*lehnungsandrohung die Arbeiten nicht nachholt. Er haftet daneben für jeden weiteren Schaden, der durch die nachträgliche Ausführung der Schönheitsreparaturen entsteht.

Endet das Mietverhältnis vor Eintritt der Verpflichtung zur Durchführung der Schönheitsreparaturen, so ist der Mieter verpflichtet, die anteiligen Kosten für die Schönheitsreparaturen aufgrund eines Kostenvoranschlages eines vom Vermieter aus*zuwählenden Malerfachbetriebes an den Vermieter nach folgender Maßgabe zu zahlen: Liegen die letzten Schönheitsrepara*turen für die Nassräume und Küchen während der Mietzeit länger als 1 Jahr zurück, so zahlt der Mieter 33 %, liegt sie länger als 2 Jahre zurück, 66%. Liegen die letzten Schönheitsreparaturen für die sonstigen Räume während der Mietzeit länger als 1 Jahr zurück, so zahlt der Mieter 20 % der Kosten aufgrund dieses Kostenvoranschlages an den Vermieter, liegen sie länger als 2 Jahre zurück 40 %, länger als 3 Jahre 60 %, länger als 4 Jahre 80 %. Es bleibt dem Mieter unbenommen, seiner anteili*gen Zahlungsverpflichtung dadurch zuvorzukommen, dass er vor dem Ende des Mietverhältnisses Schönheitsreparaturen fachgerecht ausführt. Im übrigem steht es dem Mieter frei, konkret darzulegen, dass der vom Vermieter vorgelegte Kostenvor*anschlag unrichtig ist oder die in Ansatz gebrachten Kosten unangemessen sind.
Die vorstehenden Fristen berechnen sich jeweils ab Überlassung der Mietsache.

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