Pauschale Ablehnung von Nachmietern

Pauschale Ablehnung von Nachmietern

Nachfolgend in Stichworten dargestelltes Problem:
– Um aus dem Mietverhältnis frühzeitig entlassen zu werden, wurden (vom Vermieter zunächst begrüßt) Nachmieter gesucht und mehrere Interessenten an den Hausverwalter verwiesen.
– Einer erhielt die mündliche Zusage des Hausverwalters und wurde demnach von diesem akzeptiert. Den anderen Interessenten wurde nachfolgend abgesagt und die Nachmietersuche abgebrochen.
– Daraufhin wurden die Schlüssel an den Vermieter zurückgesendet, da das neue Mietverhältnis in der nächsten Woche beginnen und das Alte beendet werden sollte.
– Jedoch wies der Vermieter den Hausverwalter am Tag der Schlüsselrücksendung an dem Nachmieter abzusagen und fordert vom aktuellen Mieter die Weiterzahlung der Miete für mindestens einen Monat und verweigert somit meiner Meinung nach jegliche Akzeptanz eines Nachmieters.
– Da bereits während des bestehenden Mietverhältnisses Mängel an der Wohnung festgestellt und diese auch dem Vermieter mitgeteilt wurden, wird vermutet, dass der Vermieter sich im nachhinein entschieden hat die Kündigungsfrist für Renovierungsarbeiten zu nutzen um einen unbezahlten Leerstand zu vermeiden.

Fragen:
-Zählt die mündliche Zusage des Hausverwalters (beim Vermieter angestellt) nichts?
– Kann der Vermieter potentielle Nachmieter so pauschal ablehnen und die Weiterzahlung der Miete verlangen?
– Darf der Vermieter renovieren (nicht nur Schönheitsreperaturen), obwohl das Mietverhältnis noch besteht und die Schlüssel unter falschen Voraussetzungen zurückgesandt wurden?
– Was kann man in einem solchen Fall tun?

Vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen im Voraus!

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One thought on “Pauschale Ablehnung von Nachmietern

  1. Der Bundesgerichtshof hat in einem für sie interessanten Fall die Frage geklärt, ob sich der Vermieter an eine Vereinbarung – Mietvertragsaufhebung bei finden eines geeigneten Nachmieters halten muss, und was als geeignet anzusehen ist.
    In dem Fall war es ähnlich wie bei ihnen. Der Vermieter hatte zugesagt, dass der Mieter früher aus dem Mietvertrag dürfe, wenn ein passender Nachmieter gefunden würde.
    Einen solchen lehnte der Vermieter mit der Begründung ab, der Nachmieter habe ein Kind.
    Der BGH ließ diese Ablehnung nicht zu und stellte den Mietvertrag als beendet dar.
    Urteil vom BGH Az: VIII ZR 244/02

    Ob die Zusage des Hausverwalters eine verbindliche Zusage ist, kann ihnen wohl nur ein Anwalt erklären, der Einsicht in die Art der Verwaltung nehmen muss.
    Hier stellt sich nämlich die Frage wie eigenverantwortlich die Hausverwaltung Entscheidungen treffen kann.

    Die Frage zur Ablehnung von Nachmietern kann mit Nein beantwortet werden, sofern die dafür notwendigen Voraussetzungen vorliegen. Eine mündliche Vereinbarung sollte ausreichen.

    Sofern sie nicht wirksam aus dem Mietvertrag entlassen sind, haben sie Anspruch auf Rückübersendung der Wohnungsschlüssel. In diesem Fall ist es dem Vermieter nicht gestattet die Wohnung ohne ihre Genehmigung zu betreten.

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