Nicht belegbare Kosten von der Kaution abgezogen

Nicht belegbare Kosten von der Kaution abgezogen

Ich habe vor kurzem die Übergabe meine Wohnung aufgrund meines Auszugs gehabt. Es kam nur der im gleichen Haus wohnende Hausmeister zur Übergabe.

Dieser hatte schon seit etwa 3 Wochen einen Wohnungsschlüssel, nachdem er darauf bestanden hatte, weil die Wohnung andauernd begehbar sein sollte wegen Mietinteressenten, denn ich war längst ausgezogen. In meinem Mietvertrag gibt es eine Klausel, wonach die Räume anhand bestimmter Fristen renoviert werden müssen. Dazu gehören die Wände, Teppich, Heizung, Türrahmen. Diese Klausel wird aber dahingehend flexibilisiert, dass dies nur notwendig ist, wenn es nach dem Abnutzungsgrad erforderlich ist. Ich habe 2 Jahre und 4 Monate in der Wohnung gewohnt. Dazu gibt es noch eine Klausel, wenn ich vor Erreichung der Fristen ausziehe, mir anteilig meiner Mietdauer Kosten in Rechnung gestellt, die sich anhand eines Kostenvoranschlages einer Malerfirma ergeben. Dies könnte ich abwenden, wenn ich es selber mache, was ich auch tat. Ich hatte den Eindruck, dass das bisher kaum ein Mieter in dem Haus gemacht hat und deswegen traf ich irgendwie auf Unverständnis und Unglauben, dass ich das überhaupt könne. Übrigens enthält mein Mietvertrag noch eine dritte Klausel, eine Endrenovierungsklausel. Diese ist nicht flexibel.

Während dieser drei Wochen kam der Hausmeister auf mich zu und machte mich darauf aufmerksam, dass ich den Teppich fachgerecht zu reinigen hätte oder sie würden es selber machen und mir in Rechnung stellen. Ich habe diese Forderung von mir gewiesen, da normale Abnutzungserscheinungen und Laufspuren schließlich mit Zahlung der Miete abgegolten werden, da der Teppich bei Einzug drin war. Der Hausmeister hielt daraufhin Rücksprache mit der Vermieterin und sie machten es selber auf ihre Kosten.

Das Streichen der Heizung und Türrahmen hielt ich von mir aus nicht erforderlich, da beides in einem Top-Zustand war. Und anhand der Klausel bezüglich Erforderlichkeit ging ich davon aus, dass es so ok sei.

Nun kam die Übergabe. Ich hatte schon zu Beginn den Eindruck, dass er nach jeder winzigen Kleinigkeit suchte, die zu beanstanden wäre. Wie zum Beispiel das außen liegende Fensterbrett, was ich gereinigt hatte, aber aufgrund des Pollenstaubs nun mal innerhalb weniger Stunden wieder „schmutzig“ erschien. Er verschwand 15 Minuten, in denen ich das sauber machen solle. Das ist nur ein Beispiel von vielen. Wir machten die Übergabe, füllten das Übergabeprotokoll aus und alles schien in Ordnung. Die beanstandenden Kleinigkeiten kamen nicht mehr zu Sprache. Mir schien, das war alles, um mich zu verunsichern. Wir kamen zu der Abwicklung mit der Kaution und noch ausstehenden Nebenkostenabrechnung. Auf der mir präsentieren Aufstellung stand ein Posten, weswegen ich aus alles Wolken fiel. Mir wurden rund 64 Euro abgezogen für nicht gestrichene Heizkörper und Türrahmen. Das wurde mir ohne vorherige Information so endgültig präsentiert. Der Hausmeister hatte jederzeit Zugang zu der Wohnung, fand angeblich Mängel am Teppich. Somit musste er das mit Heizung und Türrahmen schließlich auch gesehen haben. Wegen des Teppichs hat er mich schließlich auch angesprochen und nicht einfach einen Betrag von der Kaution abgezogen.

Was mich so ärgert, dass es ohne vorherige Information geschah. Ich habe schließlich die Klausel, dass ich es selber machen kann. Die Zeit wäre noch gewesen. Ich hätte es nachholen können, unabhängig davon, dass es wie gesagt nicht erforderlich schien, was der Hausmeister sogar zugab. Ich hatte einen Zeugen dabei. Aber mir schien, die Möglichkeit wollte man mir gar nicht geben, sondern man hat sich etwas zum Beanstanden gesucht, nachdem ich mich wegen des Teppichs geweigert hatte. Damit ich überhaupt keine Möglichkeit hatte, dagegen zu protestieren, hat sich die Vermieterin vom Hausmeister verleugnen lassen. Denn ich wollte sie gern anrufen, aber er meinte abrupt, dass sie nicht da wäre. Stattdessen wurde ich mehr oder weniger von ihm gezwungen die Aufstellung zu unterschreiben, damit ich überhaupt das restliche Geld in bar ausgehändigt bekomme. Sonst wäre dabei rausgekommen, dass ich die Annahme verweigert hätte. Da der Hausmeister sich die ganze Zeit dumm gestellt hat und tat als hätte er nichts zu entscheiden, denke ich nun, dass er nicht mal eine wirksame Vertretungsmacht hatte. Im Mietvertrag steht nichts. Ich habe nach einer Rechnung oder einem anderen Nachweis gefragt, wonach sich diese 64 Euro ergeben. Das konnte er nicht erbringen. Ich habe auf meinen Übergabeprotokoll vermerkt, dass die Kaution ausbezahlt wurde. Ich die Kosten aber nicht akzeptiere und alles nur unter Vorbehalt annehme. Das hat er mir zwar unterschrieben, aber wird wohl nicht viel wert sein.

Kann mir jemand sagen, ob das nun alles seitens Vermieter und Hausmeister in Ordnung war? Oder könnte ich die Kosten noch zurück erstatten lassen.



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