Maklerprovision ohne Auftrag

      1 Kommentar zu Maklerprovision ohne Auftrag

Maklerprovision ohne Auftrag

Wir haben seit kurzem eine Wohnung direkt vom Eigentümer angemietet, Adresse und Kontakdaten dazu haben wir aus der Zeitung erfahren. Allerdings hatten wir im Internet über Immobilienscout ein Exposee von einem Makler angefordert, der das gleiche Objekt angeboten hat. Das Exposee wurde nicht beachtet und sofort wieder vom PC gelöscht.
Der Eigentümer erzählte uns, dass er keinen Maklerauftrag vergeben hat und sich bei einem „Tag der offenen Tür“ ein Makler bei ihm als Wohnungsinteressent eingeschlichen hat, um dieses Objekt anzubieten. Da der Eigentümer grundsätzlich nicht mit Maklern arbeitet, hat er diesen Makler sofort des Ortes verwiesen, als er erkannte, dass er dieses Objekt nicht selbst anmieten wollte.
Hat jetzt der Makler, obwohl er keinen Auftrag vom Eigentümer hatte, einen Rechtsanspruch auf eine Courtage wegen Nachweistätigkeit?
Im WoVermGe ist in §6 zu lesen, dass ein Makler ohne Auftrag des Eigentümers keinen Rechtsanspruch auf Courtage hat.

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Ein Kommentar zu “Maklerprovision ohne Auftrag

  1. Advocatis

    Hallo Rechtslaie, mit ihrer Einschätzung liegen sie leider wohl daneben..

    Das AG Frankfurt Az: 30 C 491/98 sagt:

    Wohnungsmakler dürfen Wohnräume nur im Auftrag des Vermieters oder eines Bevollmächtigten anbieten. Vermittlungen ohne Auftrag begründen keinen Anspruch auf eine Maklerprovision

    Dagegen steht die Entscheidung des Bundesgerichtshofs Az: III ZR 113/02 die besagt, dass ein Makler durchaus eine Provision vom Mieter verlangen kann, auch ohne den Auftrag eines Vermieters oder eines sonstigen Berechtigten erhalten zu haben. Voraussetzung für den Anspruch auf Zahlung der Courtage ist allerdings, dass es zu einem Abschluss des Mietvertrages mit Beihilfe des Maklers gekommen ist.

    Ein Makler kann sich also ein Recht auf seine Provision durch zwei Möglichkeiten sichern. Er schließt entweder mit dem Vermieter oder mit ihnen einen Maklervertrag ab.

    Auch passend ist ein Verweis auf 652 BGB nach dem ein Marklervertrag auch konkludent geschlossen werden, beispielsweise durch Übersendung eines Exposes seitens des Makler und der Annahme der Maklerdienste durch den Kunden.

    Hier haben wir aber noch nichts dazu gefunden, wie die Annahme definiert ist.
    Es steht also noch außen vor, ob bereits die Anforderung des Exposes ein wirksamer Vertrag zustande gekommen ist.
    Jedenfalls wird dies angenommen, wenn daraufhin ein Besichtigungstermin vereinbart wurde.


    Fazit:

    Hat jetzt der Makler, obwohl er keinen Auftrag vom Eigentümer hatte, einen Rechtsanspruch auf eine Courtage wegen Nachweistätigkeit?

    Unserer Meinung ja, da ein Makler zwar nur im Auftrag tätig werden darf, der Auftrag aber auch vom Mieter erfolgen kann.

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