Pfändung wegen Unterhalt und Unterhaltsrückstand


Es geht um eine Lohnpfändung wegen Unterhaltsrückstand und Unterhaltszahlungen für meine uneheliche Tochter. Der Rückstand ist rechtens, ich habe einfach lange Zeit nicht genug verdient, um Unterhalt zu bezahlen. Nun bin ich verheiratet, habe ein eheliches Kind und ein Stiefkind. Und ich verdiene seit Anfang des Jahres ein bisschen mehr Geld. Also hat das Jugendamt beschlossen, ich könne jetzt Zahlen.

Nun muss man dazu sagen, dass ich in der ambulanten Intensivpflege arbeite und mein Gehalt jeden Monat unterschiedlich hoch ist. Ich verdiene ein Grundgehalt, das ist immer gleich, aber es kommen Zuschläge für Sonn- und Feiertage und für Nachtdienste dazu.

Im Dezember und Januar habe ich sehr viel verdient und dementsprechend hat das Jugendamt den Unterhalt sehr hoch angesetzt. Ich habe also mit dem Jugendamt diskutiert, weil ich als Alleinverdiener für meine 4-köpfige Familie einfach nicht zu viel Geld bezahlen wollte. Die gesamte Kommunikation mit dem Jugendamt verlief per eMail mit der Sachbearbeiterin für meine Tochter. Doch diese ist vor 2 Monaten in der Ruhestand gegangen, hatte keine Ausdrucke der eMails gemacht und ihre Nachfolgerin hat mich einfach ohne Vorwarnung gepfändet, da sie ja dachte, ich hätte mich nie gemeldet und einfach keine Lust zu bezahlen.
Ich konnte ihr zwar beweisen, dass da ein reger Austausch stattgefunden hat, und sie ist mit dem Unterhalt auch runter gegangen, aber die Pfändung ist nun einfach mal geblieben.

Das war jetzt mehr oder weniger nur die Vorgeschichte. Ich hoffe, es war nicht zu nervig zu lesen, die eigentliche Frage kommt jetzt.

Ich habe oben ja geschrieben, dass sich mein Einkommen aus festem Gehalt + Zuschlägen zusammensetzt. Bei der Pfändung wird nun Grundgehalt – Steuer – Sozialabgaben + Zuschläge = Nettogehalt gerechnet und gepfändet. Stimmt das so?

Von meinem zuständigen Gericht bekam ich eine Pfändung, hierin wurde die Pfändungsfreigrenze aufgrund §850 d ZPO zu meinen Ungunsten verschoben. Zuerst heißt es, dass der mir zu belassende Betrag unter Berücksichtigung 1 Unterhaltspflicht aus der Tabelle zu §850 C ZPO zu entnehmen ist.
Dann heißt es aber weiter, dass mir nur 820,- Euro monatl. zuzüglich 1/2 der Differenz zwischen 820,- und dem nach a (a ist der Betrag aus der Tabelle mit einer Unterhaltspflicht) errechneten unpfändbaren Betrag.

Mein Arbeitgeber hat das alles bekommen und bei meiner ersten Lohnabrechnung sind mir 985,15 Euro geblieben. Egal, wie ich jetzt rumrechne, der Betrag stimmt nicht. Ich bekomme immer was anderes raus. Kann mir von euch irgendwer erklären, wie das berechnet wird? Ich verstehe es nämlich absolut nicht, ich gebe euch die Zahlen vor, die bei meiner letzten Abrechnung aktuell waren.

Bruttolohn 1950,-
Nachtzuschlag 89,68
Sonntagzuschl. 11,21
Feiertagzusch. 168,,15
—————————
Brutto 2219,04

Steuer – 34,16
SV – 394,39
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Netto-Lohn 1790,49

Davon wurden 805,34 gepfändet und 985,15 sind mir und meiner Familie geblieben. Stimmt diese Rechnung so? Ich komme nämlich auf 1050 Euro, die mir bleiben müssten.
Und dann wollte ich fragen, ob diese Pfändung so überhaupt durchgeführt werden darf, weil die nehmen davon 272 Euro für den laufenden Unterhalt und den Rest, um den Rückstand zu tilgen. Ich meine, der Rückstand war ja nichts rechtswidriges, ich hab halt einfach nicht genug verdient, habe auch immer brav meine Abrechnungen reingeschickt.

Ich weiß, dass war jetzt viel Text, aber ich hoffe, mir kann doch jemand helfen, ich bin nämlich verzweifelt. Ich kann mir keinen Anwalt leisten für ne Beratung, jeder, den ich so frage, sagt was anderes, meine Frau macht mir die Hölle heiß, weil ich mich nicht auskenne und mein Arbeitgeber weiß auch nicht so richtig, was er da macht, weil er noch keine Pfändung hatte.
Wenn es noch irgendwelche Fragen gibt, dann stellt sie, ich werd wohl sehr häufig hier vorbeigucken.

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