Wiederheirat und Forderungen der neuen Frau

Hallo,

meine Mutter ist vor 1 ¾ Jahren gestorben.
Es gibt mich und meinen Bruder als Kinder.

Meine Eltern haben ein Berliner Testamten, darin ist geregelt, dass wir nach dem Tod unserer Mutter nicht erben, sondern dass der ‚überlebende Ehepartner unbeschränkter Vorerbe’ wird. So ist dies auch geschehen.

Im Falle einer erneuten Heirat unseres Vaters ist geregelt: ‚Im Falle einer Heirat, sollen die Kinder Anspruch auf ihr gesetzliches Erbe nach dem Erstversterbenden erhalten’.

Das Vermögen meiner Eltern bzw. jetzt meines Vaters beläuft sich auf:
– das abbezahlte Haus meiner Eltern, in dem mein Vater wohnt (Wert ca 170-200TEUR)
– Ein Dreifamilienhaus (vermietet), 2010 mit 100% Finanzierung erworben wurde
– Ein weiteres Dreifamilienhaus (vermietet), 2011 mit 100% Finanzierung erworben wurde
– Barvermögen so gibt es bis auf eine kleine Rücklage nicht

Mein Vater hat nun, seit knapp einem Jahr, eine neue Frau an seiner Seite. Diese ist seit ca. ½ Jahr bei ihm ins Haus eingezogen.
Nun kam die neue Frau auf meinen Bruder und mich zu, weil eine Heirat im Raum steht und die neue Frau vom Testament erfahren hat.

Bei einer Heirat mit meinem Vater wurde mir nun folgendes Angeboten: die Frau verzichtet auf das Erbe, sie möchte kein Geld und auch keins der Häuser. Fordert aber von uns, dass wir bei der Hochzeit das Erbe unserer Mutter ausschlagen und im Tode von unserem Vater, ihr ein uneingeschränktes, kostenloses und lebenslanges Wohnrecht in unserem Elternhaus einräumen.

Für mich bedeutet dies umformuliert, dass ich bei der Heirat nicht nur vom Erbe meiner Mutter zurücktrete, sondern auch das Erbe meines Vaters erst mal, zu Gunsten der neuen Frau, auf die ‚lange Bank schiebe’. Erst nach dem Tod der neuen Frau würde ich dann ‚Zugriff’ auf das Elternhaus bekommen.

Die Heirat ist ihnen aus 3 Gründen wichtig:
– mein Vater hat noch eine sehr sehr gute Rente, auf die die neue Frau Anspruch haben möchte (hat sich bisher mit zwei Jobs über Wasser gehalten)
– Wenn man sich liebt, soll man das auch zeigen dürfen
– Im Falle einer Krankheit/Unfall mit Intensivstation oder ähnlichem geben die Ärtze / Krankenhäuser keine Informationen preis, weil man nicht verheiratet ist. Keine Ahnung ob das so stimmt?!?

Meine Fragen sind nun
1) kann man die Ehefrau wirklich vom sämtlichen Erbe ausschließen? Einen Mindest- oder Pflichtteil wird die doch immer fordern können?
2) Was bedeutet das Wohnrecht auf Lebenszeit juristisch? Wer trägt die laufenden Kosten am Haus und der anfallenden Reparaturen?
3) Für mich ist die Forderung so erst mal die Arschkarte oder? Wie laufen den solche Szenarien sonst ab? Wiederheirat nach dem Tod eines Ehepartners ist ja sicherlich kein Einzelfall ☺

Um einen Anwalt werde ich sicherlich nicht herum kommen. Mir geht es hier in erster Linie um Meinungen und Ideen/Lösungsansätze.

Vielen Dank!

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