Vollmacht – Wohnungsauflösung usw. nach Sterbefall

Hallo,

meine Schwiegermutter hat mich gemäß der von ihr unterzeichneten Vollmacht bevollmächtigt, sie in allen Angelegenheiten (Gesundheitssorge/Pflegebdedürftigkeit, Aufenthalt und Wohnungsangelegenheiten incl. Haushaltsauflösung, Behörden, Vermögenssorge mit zusätzlicher separater Bank- und Kontovollmacht, Post- und Fernmeldeverkehr, Vertretung vor Gericht usw.) zu vertreten. Es handelt sich um eine transmortale Vollmacht, welche auch noch nach dem Tod des Vollmachtgebers Gültigkeit besitzt.

Nach ihrem Krankenhausaufenthalt erfolgte die Unterkunft zunächst in einem Altenheim (Kurzzeitpflege), danach in einem Hospiz. Da sie wusste, dass sie nicht mehr in ihr „alte“ Wohnung zurückkehren wird, bat sie mich, Ihren Haushalt (Mietwohnung) aufzulösen, Versicherungsverträge, Telefonanschluss, Mietvertrag etc. zu kündigen. Die Kündigungen habe ich vorgenommen, auch einen Teil ihres Haushaltes (Geschirr, Wäsche, teils Kleidung usw.) entsorgt, d.h. zum Teil vernichtet, zum Teil, vor allem Kleidungsstücke usw., an eine caritative Einrichtung gegeben. Meine Schwiegermutter hat kein Vermögen, keine Wertgegenstände usw.

Leider ist meine Schwiegermutter vor einigen Tagen verstorben. Ich befasste mich nun mit den Unterlagen, nahm Formalitäten vor, informierte auch den Vermieter usw., halt alles, was in solch einem Fall erforderlich ist. Dabei musste ich feststellen, dass sie im November vorigen Jahres einen Staubsauger mit Zubehör für insgesamt € 1100,– gekauft hat und die Bezahlung mittel Ratenkredit zu erfolgen hat. Hier gleich die Frage von mir: Wie kann man als Vertreter einer 82jährigen Frau noch solch einen Vertrag, gelinde ausgedrückt, „aufschwatzen“ mit einer 4jährigen Laufzeit? Diese Kosten kann ich nicht übernehmen, auch nicht noch die Miete von drei Monaten, da der Vermieter nur die gesetzliche Kündigungsfrist akzeptiert. Weiterhin schein noch ein Kredit von ca. € 3000,– bei ihrer Bank zu bestehen, was ich allerdings noch genau prüfen muss. Somit ist, außer dem auf dem Bankkonto zur Zeit noch bestehenden Guthaben von ca. € 1300,–, kein Vermögen vorhanden; die Verbindlichkeiten liegen höher als das Guthaben.

Aufgrund dessen stellt sich mir die Frage, ob ich aufgrund der Vollmacht die Wohnung noch weiter auflösen kann bzw. darf (Sperrmüllwagen ist schon bestellt), auch wenn mehr oder weniger nach dem Tod meiner Schwiegermutter nur noch die Möbelstücke in ihrer Wohnung sind, ob ich die von ihr bei der Bank gegebenen Einzugsermächtigungen bzw. Daueraufträge annullieren darf (oder macht die Bank das automatisch?) usw. Meine Schwiegermutter hat insgesamt vier Kinder, die dann als Erben in Betracht kämen; ich bin jedoch der Überzeugung, dass diese unter diesen Umständen das Erbe wahrscheinlich ausschlagen werden. Die Bestattungskosten werden wahrscheinlich meine Frau und ich zahlen bzw. zu zahlen haben; das Bestattungsunternehmen nimmt weitere Formalitäten wie Information der Renten- und Krankenversicherung usw. vor.

Was müsste ich jetzt noch tun bzw. beachten, um keine Fehler zu machen, falsch zuhandeln? Kann ich jetzt noch gemäß der Vollmacht handeln, muss ich mich beim Amtsgericht melden, einen Nachlasspfleger bestellen? Informiert das Amtsgericht/Nachlassgericht die Erben? Oder/Und??
Wie ist die Rechtslage?

Viel geschrieben, aber ich hoffe dennoch auf Hinweise, Tipps o. ä.

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