Erbrecht – Kaufpreisverteilung eines Hauses –

Hallo liebe Ratgeber,

hier mein Fall, ich hoffe Ihr könnt mir Ratschläge geben.

Ich habe mein elterliches Haus zusammen mit meinem Bruder während meiner Ehe geerbt. (50%/50%).
Im Notarvertrag ist eine Kaufsumme von 130.000,-€ eingetragen und festgelegt worden. Das Haus wurde vom Gutachterausschuss geschätzt und es wurde die o.a. Summe eingetragen.
Die Hälfte, die mein Bruder geerbt hat, haben mein damaliger Mann und ich ausbezahlt. Hierzu haben wir ein Darlehen bei der Bank aufgenommen.
85.000,-€ aufgenommen, 65.000,-€ davon an meinen Bruder bezahlt. Für den Rest haben wir Renovierungen etc…vorgenommen.
Damalig wurde eine Schenkung im Notarvertrag eingetragen, die daraufhin lautete, dass ich meinem Mann die ehemalige Hälfte meines Bruders „schenke“. Auf gut Deutsch: Ein Haus => zwei Hälften = 1x mein Erbe (50%des Hauses) und 1x die andere Hälfte des Hauses, die zur Hälfte mir und meinem Mann gehört (25%/25%). Ich hoffe, dies ist verständlich, da es sehr kompliziert ist, dies zu beschreiben.

Es wird nun so sein, dass das Haus verkauft wird zu evtl. 130.000,-€ .
Rein rechnerisch würde ja der Verkaufspreis durch zwei geteilt (sprich: 65.000,- für meinen Ex-Mann und 65.000,-€ für mich).
Davon müsste dann auch noch der Restbetrag des aufgenommen Darlehens momentan in Höhe von 60.000,-€ abgezogen werden.

In diesem Fall bekommt mein Ex-Mann ja eigentlich mehr, als dass was ihm zustünde. Schließlich steckt ja im Haus mein Erbe drin. Das Haus haben wir für einen Wert in Höhe von 130.000,-€ bekommen, aber nur 85.000,-€ „bezahlt“.
Somit müsste mir doch mehr als 50% des Verkaufsbetrages zustehen, weil doch die Differenz zwischen den 85.000,-€ bis zu den 130.000,-€ mein Erbe ist.

Wer kann mir hier weiterhelfen ? Ist etwas verzwickt und halt kompliziert zu erklären.

Außerdem hat mein damaliger Mann nach meinem Auszug aus dem Haus noch ca. 2 Jahre in dem Haus gewohnt und das Darlehen getilgt. Eine Rechtsberatung teilte uns mit, dass es sogar möglich wäre, dass er das Restdarlehen alleine aufzuerlegen, da er seit Anbeginn die Raten bezahlt hat.
Wie seht Ihr das ?

Vielen Dank schon mal für Eure Antworten.
Weili

P.S. : Könnte man die Schenkung, die im Notarvertrag steht eigentlich rückgängig machen ? Wenn ja, wie ?



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One thought on “Erbrecht – Kaufpreisverteilung eines Hauses –

  1. Das Erbrecht ist ja so was von verworren, da wirst du ohne einen Anwalt kaum durchblicken.
    Ich habe aber mal Lust meine Einschätzung aufzuschreiben, die ich weder belegen kann noch dafür gerade stehe dass es stimmt. Kann mich also gern jeder berichtigen und bitte nicht darauf verlassen.

    Ich habe mein elterliches Haus zusammen mit meinem Bruder während meiner Ehe geerbt. (50%/50%).

    Wer etwas in der Ehe erbt, der erhält das alleinige Vermögensrecht an dem Wert.
    § 1374 BGB Anfangsvermögen sagt aus, dass ein Erbe beim späteren Zugewinnausgleich, der bei einer Scheidung vorgenommen wird, unberücksichtigt bleibt.

    Dir gehören also schon mal 50% des Erbes.

    Die anderen 50 % des Erbes gehören euch beiden, denn

    Die Hälfte, die mein Bruder geerbt hat, haben mein damaliger Mann und ich ausbezahlt.

    Damit ist es kein Erbe mehr sondern gilt als Vermögen beider Eheleute und unterliegt somit dem Zugewinnausgleich. Das Erbe, also die 50 Prozent des Bruders sind ja umgewandelt worden.
    Du hast nun dem Mann 25% des Erbes vom Bruder geschenkt.

    Eine Schenkung kann immer rückgängig gemacht werden, es sind aber Gründe notwendig.
    – Verarmung des Schenkers (§ 528 BGB)
    – grobem Undank oder erheblichen Verfehlungen gegen den Schenker (§ 530 BGB)
    – Auflösung einer Verlobung oder Ehe
    – wenn das Erbe verschenkt wird, damit ein Erbe leer ausgeht

    Fraglich aber ist, ob überhaupt eine Schenkung vorliegt.
    Schau mal auf
    Schenkung an den Ehepartner: Probleme bei einer Scheidung? – Familienrecht – Hilfreich.de
    da ist von einer „unbenannten Zuwendung“ die Rede.

    Ich denke dass bei einer Scheidung zwischen Anfangsvermögen und Zugewinnausgleich unterschieden wird.

    Dein Anfangsvermögen sind 50 Prozent vom Haus.
    Das Haus wird zum Wert verkauft, wie es damals errechnet wurde, also ohne Mehrwert.
    130.000 : 2 = 65.000 Euro sind dein Erbe
    65.000 Euro gehören Mann und Frau.
    Jeder bekommt also 32.500 Euro
    Dem gegenüber stehen 60.000 Euro Verbindlichkeiten.
    Also bekommt jeder 2.500 Euro
    Du also 67.500 Euro und der Mann 2.500 Euro

    Das wäre die einfache Rechnung.
    Das kann aber schon alles anders sein, wenn beide im Grundbuch stehen.
    Dann würde es nämlich 50:50 lauten.
    Wie schaut denn der Grundbucheintrag aus?

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