Arbeitgeber veröffentlicht Kündigung

Wenn Arbeitgeber sich von einem Mitarbeiter trennen, macht dies schnell die Runde im Betrieb. Der „Buschfunk“ informiert alle über die geplante Kündigung und oft sogar über die Gründe. Aber darf der Arbeitgeber die Kündigung eines Arbeitnehmers aushängen, die für jeden Mitarbeiter lesbar ist?

Aushang am schwarzen Brett

Ich erlaube mir, Sie alle, über folgende personelle Veränderung zu informieren: Aus Gründen unterschiedlicher Auffassung und Ansichten, haben wir leider das Arbeitsverhältnis von Herrn ….. aufgelöst. Herr ….. bleibt bis zum Abschluss der normalen Kündigungsfrist, die Ende ….. zu Ende geht, Mitarbeiter der Firma.

Es tut uns leid, dass wir einen Mitarbeiter auf diesem Wege entlassen, sahen jedoch keine andere Möglichkeit, eine alternative Lösung zu finden. Wir danken an dieser Stelle Herrn ….. für die Arbeiten im Dienste unseres Unternehmens.

Ist das nicht schon eine Beleidigung resp. geht das nicht schon in Richtung Ehrverletzung?

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2 Kommentare zu “Arbeitgeber veröffentlicht Kündigung

  1. Bodenseeanwalt

    Lieber Fragesteller,

    der Straftatbestand der Beleidigung im Sinne des StGB dürfte vorliegend nicht erfüllt sein. Es liegt nach dem von Ihnen dargestellten Sachverhalt meines Erachtens keine ehrverletzenden Äußerung vor.

    Es ist allerdings an eine Pflichtverletzung der Fürsorgepflicht aus dem Arbeitsvertrag zu denken. Ihr Arbeitgeber hat Daten, die Sie als Arbeitnehmer betreffen, vertraulich zu behandeln. Die Kundgabe des Kündigungsgrundes könnte daher möglicherweise eine Pflichtverletzung aus dem Arbeitsvertrag sein. Sollte dies der Fall sein, dann hätten Sie in ggf. einen Anspruch auf Unterlassung, den Sie geltend machen sollten

    MfG

    Bodenseeanwalt, Kanzlei Bilidt & Schröder | Rechtsanwälte aus Radolfzell am Bodensee

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