Agg: Persönlichkeit mit Berufs-und Lebenserfahrung

Agg: Persönlichkeit mit Berufs-und Lebenserfahrung

Hallo
ich habe in einem Unternehmen eine Ausbildung zur Bürokauffrau gemacht. Im Anschluss daran ein nicht Berufsbezogenes Studium, war jedoch neben dem Studium weiterhin in dem Unternehmen an anderer Stelle geringfügig beschäftigt. Habe mich auf eine interne Stellenanzeige als Sachbearbeiterin in der Personalabteilung beworben. Bin abgelehnt worden mit der Begründung, dass: „eine reife Persönlichkeit mit Berufs-und Lebenserfahrung“ gesucht wurde. Ist dieses nach AGG nicht unzulässig? Abgesehen davon, ist die Frage nach Lebenserfahrung und reife der Persönlichkeit nicht subjektiv zu betrachten? Ein Gespräch mit mir hat nicht stattgefunden. In der Stellenanzeige stand ebenfalls, dass eine gründliche Einarbeitung erfolgt.
Für einen Rat wäre ich sehr dankbar.
Viele Grüße

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6 Kommentare zu “Agg: Persönlichkeit mit Berufs-und Lebenserfahrung

  1. Anonymous

    Eine unterschiedliche Behandlung wegen eines in § 1 genannten Grundes ist zulässig, wenn dieser Grund wegen der Art der auszuübenden Tätigkeit oder der Bedingungen ihrer Ausübung eine wesentliche und entscheidende berufliche Anforderung darstellt, sofern der Zweck rechtmäßig und die Anforderung angemessen ist.

    Die Vereinbarung einer geringeren Vergütung für gleiche oder gleichwertige Arbeit wegen eines in § 1 genannten Grundes wird nicht dadurch gerechtfertigt, dass wegen eines in § 1 genannten Grundes besondere Schutzvorschriften gelten

    Quelle:
    AGG – Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz

    Reply
  2. Jana

    Das hatte ich auch gelesen, aber der AG muss eine Begründung liefern, dass ich nicht geeignet bin, nach entsprechender Einarbeitung, diese Aufgabe auszuüben, so steht es im Kommentar. Daher wollt ich mich einfach mal schlau fragen, ob ich damit gegen den AG vorgehen könnte wenn ich das wollte, denn die Beweislast liegt ja in dem Fall beim AG, da es ja schon reicht, den bloßen verdacht der Diskriminierung zu äußern.

    Ich bin also eher davon überzeugt, dass es unzulässig ist, da eben eine Sachbegründung fehlt, warum jemand älteres ( in diesem Fall wurden beide jüngere Bewerber abgelehnt) besser geeignet sein soll als jemand junges, der eine gleichwertige Ausbildung hat?

    Natürlich trifft etwas auf mich zu, nämlich mein Alter. Ich wurde aus mangelnder Lebens- und Berufserfahrung abgelehnt, dass ist eine klare Diskriminierung des Alters wegen

    Reply
  3. rudido

    Hat der Arbeitgeber ausdrücklich mit der Begründung abgelehnt, dass Sie zu jung seien?

    Es hat durchaus nichts mit Altersdiskriminierung zu tun, wenn ein Arbeitgeber einen Bewerber mit ausreichender Berufserfahrung bevorzugt.

     

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  4. Jana

    aber genau darauf zielt das AGG ab @rudido. Diese Tatsachen, die in der Ablehnung geäußert wurden, reichen für den bloßen Verdacht, dass die Ablehnung aufgrund meines Alters erfolgte ( § 2 Abs. 1, § 7 Abs. 1)

    @Manfred: zu § 8 muss ein Kommentar gelesen werden, denn aus dem sowie aus dem Kommentar zu § 10 geht hervor, dass eine begründete Tatsache vorliegen muss, damit der Arbeitgeber sagen kann: dich nehmen wir nicht du bist zu jung dafür.

    Reply
  5. Jana

    § 10 betrifft das Höchst- oder Mindestalter. Bestimmte altersbedingte Benachteiligungen sind zulässig. Interessant für die Stellenanzeige sind insbesondere die Nr.2 (Mindestanforderungen an Alter, Berufserfahrung, Dienstalter) und die Nr.3 (Festsetzung eines Höchstalters). [COLOR=red]Geprüft werden muss aber immer auch, ob die unterschiedliche Behandlung wegen Alters objektiv und angemessen und durch ein legitimes Ziel gerechtfertigt ist, bzw. ob die Mittel zur Erreichung dieses Ziels angemessen und erforderlich sind, §§ 10 S.1 und 2. [/COLOR][COLOR=black]Dies wird bei der Anknüpfung an die Berufserfahrung oft leichter zu bejahen sein als bei der Anknüpfung an das Lebensalter.[/COLOR]

    zu sagen ich sei keine reife Persönlichkeit und habe keine Lebenserfahrung, dass sind subjektive Gegenstände, hiernach muss aber objektiv gehandelt werden…

    ich warte einfach mal ab…Morgen ist das ganze Thema im Betriebsrat und am Montag hab ich einen Termin bei der Rechtsabteilung.

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  6. Immorb

    Nicht unbedingt.
    Aber erstmal.. 😀 Sie behaupten im ernst das sie die gleiche Lebenserfahrung wie eine wesentlich ältere Person haben??
    Sorry, das bezweifle ich, auch ohne sie persönlich zu kennen, stark.

    Diskriminierung wegen Alters:
    Der Arbeitgeber muss Stellen altersneutral ausschreiben, wenn die Stelle keine bestimmten Altersanforderungen mit sich bringt.
    Siehe Urteil>> 8 AZR 530/09 (Diskriminierung eines Stellenbewerber wegen Alters)

    Ich kann mir gut vorstellen das ein Arbeitgeber in der Personalabteilung gern „erfahrene“ Arbeitnehmer haben möchte.

    Ps.
    Bekommt eine jüngere Person die Stelle, beschwert sich der ältere Bewerber.:D

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