Wohnungsgröße im Mietvertrag: Mietvertrag angegebene Wohnfläche

Eine im Mietvertrag angegebene Wohnfläche darf maximal 10 Prozent von der tatsächlichen Fläche abweichen, so der Urteilsspruch des Bundesgerichtshofes im Jahre 2009.

Damit gab der BGH einer Klage statt, die als Grundsatzentscheidung schon Mietern viel Geld erspart hat. 10% sind bei einer großen Wohnung nicht gerade üppig, doch gerade bei kleineren Wohnungen ist dies schon ein gravierender Unterschied zur angegebenen Wohnfläche.
Wirbt der Vermieter für einen neuen Mieter, so ist für diesen gerade die Größe der Wohnung oft ausschlaggebend für die Unterschrift unter dem Mietvertrag. Ist die erst einmal erfolgt, hatte sich der Vermieter in der Vergangenheit oft mit einen Zusatz „ca Angabe“ abgesichert.

War der Mieter beim Einzug auf den Knien messend durch die Wohnung gerobbt und hatte er dabei festgestellt, dass seine Wohnfläche mit den Angaben im Mietvertrag nicht übereinstimmt, so ging er früher leer aus.

Da der BGH nun noch eine Schüppe drauf gelegt hat, dürfte sich ein Nachmessen der Wohnung für JEDEN Mieter lohnen. Wenn die Fläche der gemieteten Wohnung deutlich kleiner ist als im Vertrag angegeben, hat der Mieter ein Recht auf Mietminderung und Mietrückzahlung. Dies geht aus dem aktuellen Urteil des Bundesgerichtshofs hervor.

Dabei kann der Mieter den Differenzbetrag zwischen tatsächlicher und angegebener Wohnungsgröße prozentual von der Miete einbehalten. Ebenso hat er aber auch einen Anspruch auf Rückzahlung der zu viel gezahlten Miete.
Leider aber nur für drei Jahre, da darüber hinaus die gesetzliche Verjährung eintritt.

Ist im Mietvertrag eine falsche Mietfläche aufgeführt, kann der Mieter den Differenzbetrag zur angegebenen Wohnfläche zurückfordern. In einigen Mietverträgen ist die Wohnungsgröße jedoch lediglich mit einem Circa-Wert angegeben. Das hieß bisher, dass der Mieter bei der Rückzahlung einen Toleranzabschlag von fünf Prozent akzeptieren musste. Diese Regelung hob der Zivilsenat des Bundesgerichtshofs nun auf und sprach den Mietern jetzt den vollen Betrag der Mietrückzahlung zu.
Beachten sie bitte, die Differenz der Größenangaben muss mindestens 10% betragen. Darunter ist eine Minderung der Miete und Rückzahlung leider nicht möglich.

Zur Berechnung der ihnen zustehenden Beträge gibt der Deutsche Mieterbund die Richtlinie an:
Die Miete kann prozentual um den Betrag gesenkt werden, den die Berechnung der Wohnungsgröße ergeben hat.
Steht im Mietvertrag 85 qm, sie haben aber nur 76,5 qm nutzbare Wohnfläche, so können sie die Miete um 10 Prozent mindern.
Gleichwohl können sie für die letzten drei Jahre 36 x 10% ihrer Miete zurück fordern.
Beispielrechnung:
85 qm Wohnung – Miete 500 Euro
Rückzahlungsbetrag: 36x 50 Euro (bei 10% Unterschreitung) = 1800 Euro die der Vermieter ohne Abschlag zurück zahlen muss, auch wenn im Mietvertrag die Wohnungsgröße als Cirka Wert angegeben wurde.
Zukünftig würde sich ihre monatliche Miete dan nauf 450 Euro belaufen.



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