Wesentlichkeitsgrenze beim Grillen: So oft dürfen sie Grillen

Wurde bisher die weit verbreitete Faustregel, einmal im Monat ist das Grillen auf dem Balkon erlaubt, als gefährliches Halbwissen dargestellt, so können wir ihnen ein aktuelles Urteil aufzeigen, dass dies mal gar nicht so weit von der Realität entfernt ist.

Zwar müssen Mieter in einem Mehrfamilienhaus Rücksicht auf ihre Nachbarn nehmen, sofern nicht die Wesentlichkeitsgrenze überschritten wird, darf der Mieter aber zumindest einmal im Monat den Holzkohlegrill anschmeißen.

Dies geht aus dem Urteil des Landgericht München Az. 15 S 22735/03 hervor, dass das Grillen als üblich ansieht und es dem Mieter gestattet, von April bis September zumindest einmal ohne Folgen auf dem Balkon zu grillen.

Das Amtsgericht Bonn Az: 6 C 545/96 hatte dazu entschieden, dass die Nachbarn min. 48 Stunden zuvor benachrichtigt werden müssen.

Die Nachtruhe macht laut dem Oberlandesgericht Oldenburg Az: 13 U 53/02 auch dem Grillvergnügen ein Ende. So muss ab 22 Uhr die Glut gelöscht werden und das letzte Stück Fleisch seinen weg vom Rostauf den Teller schaffen.

Was aber passiert, wenn sie sich bei Beschwerden anderer Mieter nicht an die Vorgabe der Gerichte halten?

Grillt ein Mieter trotz Abmahnung des Vermieters häufiger als erlaubt, droht ihm die fristlose Kündigung, so das Landgericht Essen Az: 10 S 438/01

Fazit: Ohne ein vernünftiges Nachbarschaftliches Verhältnis, sieht es schlecht mit dem Grillen im Sommer aus. Kaufen sie eine Wurst mehr ein und holen sie sich die Nachbarn ab und an mal zu Besuch.



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