Streit ums Schnarchen in der Mietwohnung

Der Mieter einer Altbauwohnung fühlte sich vom Schnarchen seines Nachbarn gestört und minderte die Miete. Der Vermieter bestand aber auf den vollen Betrag. Zu Recht, so ein Gericht. In einem Altbau sei die Schalldämmung nicht mit der eines Neubaus gleichzusetzen. Das hätte dem Mieter bei Einzug bewusst
sein können.

Das Schnarchen eines Mieters wegen Ruhestörung anzuzeigen? Ist dann denn möglich?
Kann man seinen Nachbarn wegen zu lautem schnarchen anzeigen, die Miete mindern oder gar die Wohnung fristlos kündigen?

Totaler Quatsch, die Rechtsprechung es sich hier absolut einig. Niemand kann etwas dafür dass er schnarcht. Natürlich gibt es viele Möglichkeiten das schnarchen einzudämmen oder sogar zu beheben, das kommt aber auf den Einzelnen drauf an. Für die eigene Gesundheit sollte man hier durchaus einmal zum Facharzt gehen. Einen Nasenscheidenwandoperation kann ihr Wunderwerk, manchmal hilft auch schon das Lesen des Rachen Zäpfchens oder schlichtweg ein Nasenpflaster, was die Nasenflügel während des Schlafes anhebt und so mehr Luft durchlässt.

Unmöglich ist es aber seinen Nachbarn wegen Ruhestörung zuvor anzuzeigen oder auf dem zivilrechtlichen Wege zu verklagen. Auch führt man wie in dem Urteil oben zu sehen eine Mietminderung nicht durchbekommen, selbst dann wenn es sich nicht um einen Altbau handelt. Von der fristlosen Kündigung sollte man unbedingt absehen, da das schnarchen kein Grund zur fristlosen Kündigung des Mietvertrages darstellt.

Einzige Ausnahme die vielleicht die Möglichkeit bietet auf das Problem einzugehen ist es, wenn die Wohnung nicht nach den zum Zeitpunkt der Erstellung üblichen Schallvorschriften gebaut wurde. Das allerdings zu beweisen dürfte sehr sehr schwer werden.
AG Bonn Az: 6 C 598/08



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