Schädlingsbefall von Motten Schaben Kakerlaken in der Wohnung

Motten, Schaben, Kakerlaken gerade im Sommer haben diese ungeliebten Untermieter Hochsaison. Um sie wieder loszuwerden, wird schnell zum Insektenspray gegriffen. Doch das hat auf Dauer keinen Erfolg. Deswegen: Bei beträchtlichem Schädlingsbefall sollte sofort der Vermieter informiert werden. Denn der ist verpflichtet, Abhilfe zu schaffen.

Das ist auch der Fall, wenn im Mietvertrag steht, dass der Mieter seine Wohnung auf eigene Kosten ungezieferfrei halten muss. So eine Klausel ist unzulässig. AG Bonn Az.: 6 C 277/84

Ungeziefer: Wer muss in dem Fall Abhilfe schaffen?

Leitsatz: Der Vermieter hat dem Mieter die Wohnung in einem zur Wohnzwecken geeigneten Zustand zu überlassen und während der Vertragsdauer in diesem Zustand zu erhalten. ( § 535 S. 2 BGB) Dazu gehört es auch, die Wohnung frei von Ungeziefer zu übergeben und so auch zu erhalten.

Führen Ungezieferbefall und fehlerhafte Schädlingsbekämpfung des Vermieters dazu, daß der Aufenthalt in der Wohnung unerträglich wird, kann die Miete bis auf „Null“ gemindert werden
AG Aachen, Urteil vom 3. Dezember 1998 , Az: 80 C 569/97

Mit einer solchen Mietminderung sollten sie aber vorsichtig sein, denn hier müsste schon eine außerordentliche Beeinträchtigung vorliegen. Selbst eine geringere Mietminderung bedarf immer der Begutachtung durch einen Anwalt. Zu empfehlen ist hier ein Anwalt mit Fachausrichtung Mietrecht, da dieser durch seine langjährige Erfahrung die Höhe der Mietminderung besser einschätzen kann.

Alles schön und gut, nun steht aber in ihrem Mietvertrag, dass sie für die Beseitigung von Ungeziefer verantwortlich sind.
Die Klausel eines Wohnraummietvertrags, wonach eine Ungezieferbekämpfung innerhalb der Wohnung Sache des Mieters ist, ist gem. § 9 AGBG unwirksam

Super denken sie sich. Der Vermieter muss die Ameisen, Kakerlaken, Spinnen usw. auf seine Kosten entfernen. Doch am Ende des Jahres kommt die große Überraschung. Die Kosten für den Kammerjäger hat der Vermieter als Sonstige Kosten auf alle Mieter umgelegt.
So geht es natürlich auch … nicht! Einmalige Kosten einer Schädlingsbekämpfung kann der Vermieter nicht auf die Mieter umlegen, das es sich insoweit zwar um Kosten handelt, jedoch nicht um solche die regelmäßig also laufend für das Gebäude anfallen. (LG München I WM 2001, 245). Unter solchne nur einmalig anfallende Kosten fallen auch die Kosten für einen Feuerwehreinsatz zur Beseitigung eines Wespennestes usw.

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