Muss der Vermieter einen Untermieter dulden?

Wer glaubt, der Vermieter sei in jedem Fall verpflichtet dem Mieter zu gestatten, einen Untermieter aufzunehmen der irrt sich. Falsch ist aber auch, dass der Vermieter aus Lust und Laune der Untervermietung zu oder absagen kann.
Für den Mieter reicht ein berechtigtes Interesse aus um dem Vermieter eine Zusage zu entlocken.
Wer also gerade eine Durststrecke im Job durchmacht, der kann sich seine Miete mit einen anderen teilen und der Vermieter muss zustimmen.

Grundsätzlich muss der Vermieter aber vor jeder Untervermietung gefragt werden. Nur wenn Gründe dagegen sprechen oder der Mieter kein berechtigtes Interesse hat, dann kann er die Zusage zur Untervermietung ablehnen.

Eine Wohnung mit einem anderen zu teilen, einen Raum zur Untermiete anzubieten nennt man auch Gestattung der Gebrauchsüberlassung an Dritte, was in § 553 BGB geregelt ist.

(1) Entsteht für den Mieter nach Abschluss des Mietvertrags ein berechtigtes Interesse, einen Teil des Wohnraums einem Dritten zum Gebrauch zu überlassen, so kann er von dem Vermieter die Erlaubnis hierzu verlangen. Dies gilt nicht, wenn in der Person des Dritten ein wichtiger Grund vorliegt, der Wohnraum übermäßig belegt würde oder dem Vermieter die Überlassung aus sonstigen Gründen nicht zugemutet werden kann.
(2) Ist dem Vermieter die Überlassung nur bei einer angemessenen Erhöhung der Miete zuzumuten, so kann er die Erlaubnis davon abhängig machen, dass der Mieter sich mit einer solchen Erhöhung einverstanden erklärt.
(3) Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam.
Wie kann nun eine solche Untervermietung aussehen?

Aus dem Absatz 1 der gesetzlichen Regelung zur Untervermietung wird klar, der Mieter kann nicht verlangen, dass der Vermieter der Untervermietung der gesamten Wohnung zustimmt. Dort steht ausdrücklich, „einen Teil des Wohnraums“ also nicht die ganze Wohnung.
Wer als Mieter also begehrt die gesamte Wohnung zur Untervermietung frei zu geben, etwa weil er auf Reisen geht, der muss auf die Kulanz des Vermieters hoffen. Verpflichtet ist der Eigentümer der Wohnung zur Zusage dabei nicht.

Die berechtigten Interessen eines Mieters können vielfältig sein. Hohe Unterhaltszahlungen sind zum Beispiel eine von vielen Gerichten anerkannte Gründe zur Untervermietung.

Die wohl allen bekannte Art der Untervermietung ist die Aufnahme der Freundin / des Freundes in die Wohnung. Hier hat der Vermieter kaum die Möglichkeit „nein“ zu sagen. Der Mieter will eine nichteheliche Lebensgemeinschaft gründen, was für die Zusage des Vermieters zur Untervermietung absolut ausreicht. Grenzwertig wäre dies ur, wenn die Wohnung zu klein wäre, wen nes sich um ein Einraum-Appartement handelt würde.



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