Heizperiode vorbei: Muss ich im Mai frieren?

Gesetzliche Vorschriften, wann die Heizung laufen muss, gibt es nicht. Manche Mietverträge sehen eine Heizperiode von Anfang Oktober bis Ende April vor. Doch auch außerhalb dieser Periode muss bei anhaltender Kühle die Heizung eingeschaltet sein.

Ein Thema für viele Mieter und Vermieter, bei dem es eigentlich nicht gegeneinander sondern nur Miteinander geht. Was bringt es dem Vermieter die Heizung frühzeitig auszuschalten, wenn seine Mieter dann unglücklich sind und eventuell die Miete mindern oder klagen.

Besser wäre es doch, sich an einem Tisch zu setzen und eine für alle Seiten vernünftige Lösung zu finden. Je nach Art des Hauses, ob zum Beispiel Mieter und Vermieter unter einem Dach wohnen lassen sich doch Regelungen finden, die aber nicht zu starr sein dürfen, damit alle Interessen geschützt und gewahrt bleiben.

Wie sieht es denn die Rechtsprechung mit der Heizung in den Monaten außerhalb der Heizperiode? Ein Urteil verpflichtet zum Heizen, wenn die Raumtemperatur einen Tag unter 18 Grad Celsius bleibt und mit einer Besserung in den nächsten Tagen nicht zu rechnen ist AG Köln, 206 C 351/84
Andere Experten sehen eine Heizpflicht erst dann, wenn drei Tage lang 20 Grad unterschritten werden.

Das Landgericht Düsseldorf ist da etwas strikter in seiner Urteilsbegründung aufgetreten. Der Vermieter ist grundsätzlich nur in den Wintermonaten von Oktober bis April verpflichtet die Heizung in Betrieb zu halten. In den Übergangsmonaten September und Mai besteht kein Anspruch des Mieters auf eine funktionierende Heizung, so die Richter. Az: 7 S 624/53

Muss der Mieter frieren, kann er die Miete mindern. Die Höhe richtet sich nach dem Einzelfall. Bei einer Zimmertemperatur von 15 bis 18 Grad Celsius hat das AG Görlitz eine Minderung von 30 Prozent angenommen Az: 64 S 291/91. Der Vermieter muss jedoch erst über den Heizungsausfall informiert werden und Zeit zur Abhilfe haben.
Kommt es während der Heizperiode zu einer verringerten Heizleistung, so kann der Mieter einer Wohnung seine Miete um 20 % mindern sagt das Amtsgericht Düsseldorf Az: 19 C 1033/55

Aber warum gibt es keine wirklich Heizperiode? Man kann es vielleicht mit dem Zeitraum fürs auf und Abziehen der Winterreifen vergleichen. Hier sagt man von O bis O also im Monat Oktober aufziehen und die Winterreifen bis Ostern drauf lassen. Auch das kann wegen der unterschiedlichen Schneeverhältnisse in Deutschland nur eine Richtlinie sein.

Man sieht also, wie bei der Periode für Winterreifen ist auch die Heizperiode nicht star und fest zu legen. Eines sollte dem Vermieter klar sein, kein Mieter will frieren und letztlich zahlt er ja auch die genutzte Wärme. Von daher ist ein Abschalten der Heizung nicht wirklich ein geldwerter Vorteil für den Vermieter.

Wohnen Vermieter und Mieter im gleichen Haus und nur einer hat einen Kamin angeschlossen, so kann sich dieser sicher sein, dass die andere Partei, zumeist der Mieter sauer wird wenn er merkt, der Vermieter heizt mit Holz und er muss frieren.
Mal abgesehen davon, dass Holzhacken und schneiden vielen am Samstag ziemlich auf den Geist gehen kann.
Auch hier gibt es sicher Möglichkeiten dass beide Seiten sich einigen.
Eventuell ist das Nutzen eines Kamins durch zwei Öfen möglich.

Dieser Artikel soll eine Anregung darstellen aufeinander zuzugehen.
Wir werden dieses ständig mit neuen Urteilen füttern sehen aber wie am Anfang beschrieben eher die Pflicht bei Vermieter und Mieter die Sache unter sich zu klären.



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