Anspruch auf nachträgliche Berechnung der Nebenkosten

Mieter müssen sich entscheiden, ob sie eine ausstehende Nebenkostenabrechnung einfordern oder nicht. Unterlassen sie es ihren Vermieter in Verzug zu setzen, so entfällt ihr Anspruch auf nachträgliche Berechnung der Nebenkosten.
So war es auch in dem Fall eines Mieters, der lange Jahre keine Nebenkostenabrechnung erhielt, diese aber auch nicht einforderte. Obwohl die Pflicht des Vermieters zur Abrechnung der Nebenkosten ausdrücklich im Mietvertrag eingetragen war, verzichteten beide Parteien auf die ganze Arbeit.
Gängige Praxis ist dieses Verhalten nicht. Mieter die sich an den stetig steigenden Kosten nicht beteiligen müssen und mit der gewählten pauschalen Summe ihrer Vorauszahlungen zufrieden sind, können sich durchaus glücklich schätzen.

In diesem speziellen Fall war es wohl auch so. Doch nach knapp zehn Jahren kam plötzlich und unerwartet eine Nebenkostenabrechnung des Vermieters und der Mieter staunte nicht schlecht, als ihm eine hohe Nachzahlung präsentiert wurde.
Er nahm an, dass die Jahre zuvor der Vermieter Reibach gemacht hätte und erst die jüngsten Preissteigerungen die Nachzahlung erforderte.
Schlau wie der Mann war, forderte er nun vom Vermieter die Abrechnung der Nebenkosten aller früheren Jahre, musste mit diesem Wunsch aber vor dem Landgericht Coburg eine herbe Schlappe hinnehmen.

Die Richter verneinten seinen Anspruch auf Abrechnung rückständiger Jahre, weil er seine Forderungen durch die lange Zeit der Untätigkeit verwirkt hätte.
Landgericht Coburg, Az: 32 S 17/00



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