Bitte kostenlos Registrieren oder neues Passwort anfordern
  • Login:
+ Neues Thema erstellen     + Antworten
Ergebnis 1 bis 2 von 2

Unterhaltspflicht bei Internatsschüler im Forum Familienrecht vom Rechtsforum | Ratgeber Recht

Hallo, angenommen man lebt unter der Woche im Internat und am Wochenende bei seiner Mutter. ... Urteile und Rechtsfragen

  1. Unregistriert
    Ratgeber Recht Gast

    Standard Unterhaltspflicht bei Internatsschüler

    Hallo, angenommen man lebt unter der Woche im Internat und am Wochenende bei seiner Mutter. Man ist volljährig, ein uneheliches Kind und die Mutter hat einen Mann geheiratet mit dem sie ein Kind hat. Die Mutter geht wegen des jungen 2. Kindes nur Halbtags arbeiten, hat also ein geringes Einkommen von ca.700 Euro. Der Vater ist selbstständig, verheiratet und versteht es sein Einkommen so gut zu verbergen, dass es auf dem Papier nach dem in der Düsseldorfer Tabelle geringsten Einkommen aussieht. Wie sieht es da mit der Unterhaltspflicht der Eltern, bzw. mit dem zu leistenden Betrag des Vaters aus?

    Ich hoffe ihr könnt mir da weiterhelfen, da aufgrund des Internats zu wenig Zeit und wohl auch Geld für Anwälte und gerichtliche Verfahren vorhanden ist.

    Weitere Beiträge aus diesem Bereich::


    •   Alt


      Registriert seit:
      Nov 2009
      Beiträge:
      1,245

        

  2. Hilfsbereit
    Registriert seit
    Dec 2010
    Beiträge
    199

    Standard

    Ab Volljährigkeit haften beide Elternteile entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit anteilig. Der bisher allein Unterhaltspflichtige hat gegen den das Kind betreuenden Elternteil einen [COLOR=#800080]Auskunftsanspruch[/COLOR] über dessen Einkommens- und Vermögensverhältnisse.

    Die Eltern haben die Wahl, ob sie den Unterhaltsanspruch des Kindes durch eine Barzahlung oder durch Naturalunterhalt erfüllen (§ 1612 Abs. 2 BGB), d.h. Eltern können sich durch das [COLOR=#0066cc]Angebot[/COLOR] der Haushaltsaufnahme und der Gewährung eines Taschengeldes einer [COLOR=#0066cc]Barunterhaltspflicht[/COLOR] entziehen.

    Die Belange des Kindes haben nur in Ausnahmefällen dann Vorrang, soweit schwerwiegende Gründe vorhanden sind, die einem Zusammenleben mit dem Elternteil bzw. der sonstigen Annahme der durch das Bestimmungsrecht vorgegebenen Entgegennahme des Unterhaltes entgegenstehen. In Zweifelsfällen ist daher das Bestimmungsrecht als wirksam ausgeübt zu betrachten, die vollständige Darlegungs- und Beweislast für einen gegenteilige Ansicht trägt das volljährige unterhaltsberechtigte Kind (OLG Brandenburg 21.05.2008 - 9 WF 116/08).

    Lebten die Eltern getrennt oder sind sie geschieden und hatte der Unterhaltspflichtige auch schon vor der Volljährigkeit seine Unterhaltspflicht aufgrund einer Vereinbarung durch Barunterhalt erfüllt, bleibt die Verpflichtung bestehen (OLG Hamm 18.07.2007 - 7 WF 140/07). Das Gleiche gilt, wenn das volljährige Kind weiter bei dem bisher betreuenden Elternteil wohnen bleiben möchte oder die Haushaltsaufnahme auf Grund verschiedener, zwingender Wohnorte nicht möglich ist (Studienplatzzuweisung durch die ZVS).

    Bis zum Inkrafttreten der Unterhaltsrechtsreform zum 01.01.2008 konnte das [COLOR=#0066cc]Familiengericht[/COLOR] auf [COLOR=#0066cc]Antrag[/COLOR] des Kindes diese Bestimmung der Eltern ändern.

    Dieses gerichtliche Abänderungsverfahren hat in der Praxis oftmals zu verfahrensrechtlichen Problemen geführt, da im Unterhaltsrechtsstreit nach der Rechtsprechung des BGH das [COLOR=#0066cc]Prozessgericht[/COLOR] an eine wirksame Bestimmung des Unterhalts durch die Eltern gebunden war, soweit diese nicht durch ein [COLOR=#0066cc]Familiengericht[/COLOR] abgeändert wurde bzw. gerade ein Abänderungsverfahren anhängig war. Dadurch kam es nicht selten zu Verzögerungen.

    Mit der Neufassung des § 1612 Abs. 2 BGB ist das Unterhaltsabänderungsverfahren als gesondertes Verfahren aufgehoben worden, die Abänderung der Unterhaltsbestimmung des zur Leistung verpflichteten Elternteils ist im Unterhaltsprozess geltend zu machen.

    Soweit der bis zur Volljährigkeit der Kinder allein Unterhaltspflichtige den [COLOR=#0066cc]Kindesunterhalt[/COLOR] seit Eintritt der Volljährigkeit weiterhin allein geleistet hat, ohne den anderen Elternteil in Rückgriff nehmen zu wollen, kann eine zumindest stillschweigende Freistellungsabrede der Parteien vorliegen (BGH 30.07.2008 - XII ZR 126/06).

    Quelle und mehr zu Deiner Frage

    Kindesunterhalt - Volljährige Kinder: Information - Begriff - Definition im JuraForum.de
    m.f.G.

    EDV-Systeme verarbeiten, womit sie gefüttert werden. Kommt Mist rein, kommt Mist raus.

 



 

Ähnliche Themen

  1. Unterhaltspflicht - Vater einer Volljährigen im Forum Familienrecht
    Hallo ihr Lieben, ich hoffe auf starke Antworten. Ich möchte wissen, ob mein Vater mir von Rechtswegen her Unterhaltspflichtig ist. Ich bin...
  2. Unterhaltspflicht bei Praktikum im Forum Arbeitsrecht
    Ich bin volljährig und mache ein 1-jähriges Praktikum, mit Aussicht auf einen Ausbildungsplatz in dem Betrieb"ich habe mich nicht vorher...
  3. Unterhaltspflicht für Geschwister? im Forum Familienrecht
    Hallo zusammen, ich habe eine Frage zur folgender Situation: Die Eltern meiner Freundin sind beide gestorben (der Vater vor knapp 5 Jahren...
  4. Verletzung der Unterhaltspflicht im Forum Familienrecht
    Hallo Ich habe vier Kinder aus erster Ehe für die ich Unterhaltsverpflichtet bin. Seit meine Trennung im Jahre 2004 hatte ich kein festes...
     + Kostenlose Rechtsfrage ins Forum stellen

Themenrelevante Suchanfragen

Diese Rechtsfrage oder Urteil beantwortet die Fragen nach: stillschweigende freistellungsabrede

Stichworte

Stichworte bearbeiten
anw beratung betrag bzw dig düsseldorfer eheliches einkommen eltern ende euro familienrecht geld geringes ges gut halbtags hat hilfe hoffe internats internatssch kind kindes kommen kostenlos lebt ler mann mutter ndig nnt nur papier rechtsfrage sei seiner selbstst sseldorfer ständig ter unterhaltspflicht vater vaters verfahren verheiratet vers vollj volljährig vorhanden wege wei woche wochenende zeit