Kündigung bei Krankheit und Streit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Eine krankheitsbedingte Kündigung auszusprechen, trifft den Arbeitnehmer doppelt schwer. Gab es vor der Erkrankung schon Streit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, so kann diese Konfliktsituation eine außerordentlichen Kündigung rechtfertigen. Krankheit allein ist eigentlich kein Kündigungsgrund, in diesem Fall kann aber auf die sonst geforderte negative Zukunftsprognose verzichtet werden.

Krank auf unbestimmte Zeit

Befindet sich ein Arbeitnehmer schon außerhalb der Lohnfortzahlung von sechs Wochen und ist eine Beendigung der Arbeitsunfähigkeit nicht in Aussicht, so spricht man von einer Krankheit auf unbestimmte Zeit.

Planungssicherheit für den Arbeitgeber

Der Arbeitgeber hat in einem solchen Fall durchaus große Probleme mit der Auftragsplanung und kann zunächst die Stelle nicht so einfach neu besetzen, da er bei Genesung des Arbeitnehmers ihm seinen alten Arbeitsplatz wieder zur Verfügung stellen muss. Eine Versetzung nach Rückkehr aus Krankheit wegen Neubesetzung des Arbeitsplatzes scheidet regelmäßig aus.

Kündigung bei Streit zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Kündigung bei Streit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Krankheitsfall

In dem verhandelten Fall vor dem Bundesarbeitsgericht ging es um die Frage, ob dem Arbeitnehmer das Recht auf außerordentliche Kündigung im Falle einer Krankheit auf unbestimmte Zeit zusteht.

Das Gericht war der Auffassung, dass ein konfliktbelastetes Arbeitsverhältnis außerordentlich durch Kündigung aufgelöst werden kann, wenn der Arbeitnehmer auf unabsehbarer Zeit krank geschrieben ist.

Arbeitsverhältnis bis zum Ende der Kündigungsfrist aufrecht erhalten

Bei der Einzelfallabwägung kann ein Gericht zu der Entscheidung kommen, dass die Fortführung des Arbeitsverhältnisses den Vertragsparteien nicht mehr möglich ist. In diesem Fall kann der Arbeitnehmer die fristlose Kündigung aussprechen.

Urteil vom Bundesarbeitsgericht Az: 8 AZR 190/17



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