Krankmeldung nur eine arbeitsvertragliche Nebenpflicht?

Für seine Krankheit kann niemand etwas, wohl aber bei der Informationsweitergabe an den Arbeitgeber. Wer von Arzt krank geschrieben wurde, muss den gelben Schein spätestens am dritten Tag beim Arbeitgeber einreichen. Hierbei gibt es natürlich die Ausnahme, wenn der Arbeitgeber dazu krankheitsbedingt gar nicht in der Lage ist. Was aber kann es für Folgen nach sich ziehen, wenn der Mitarbeiter seine Krankmeldung nicht einreicht?

Die Frage wurde vor dem Hessischen Landesarbeitsgericht verhandelt. Dabei hatte ein Versandmitarbeiter mehrmals seine Krankmeldung nicht, oder nicht rechtzeitig beim Arbeitgeber eingereicht. Trotz einer Abmahnung besserte sich sein Verhalten nicht, so das sich der Arbeitgeber genötigt fühlte, dem Mitarbeiter verhaltensbedingt zu kündigen.

Das Gericht gab ihm Recht. Der Firma ist es nicht zuzumuten, jeden Tag im ungewissen zu sein, ob der Arbeitnehmer wieder zur Arbeit erscheint. Bei der Abwägung zwischen den Rechten des Mitarbeiters und der Planungssicherheit des Arbeitgebers, unterlagen die Interessen des Mitarbeiters.

Zwar ist die Krankmeldung nur eine arbeitsvertragliche Nebenpflicht, mehrere Verstöße gegen diese – und die Nichtbeachtung einer Abmahnung – kann zur verhaltensbedingten Kündigung führen.
Hessisches Landesarbeitsgericht Az.: 17 Sa 1174/07



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