Irrtümer im Arbeitsrecht: Kündigung, Abmahnung, Abfindungen und mehr

Die Kündigung während der Krankheit ist ausgeschlossen. Es muss immer zuerst eine Abmahnung erfolgen und es steht mir grundsätzlich eine Abfindung zu. Dies sind nur Beispiele von Rechtsirrtümern die trotz vielen Gerichtsurteilen sich hartnäckig halten. Wir klären auf, warum sie nicht stimmen und was statt dessen gilt.

Während der Krankheit ist eine Kündigung ausgeschlossen

Ob ein Arbeitnehmer gerade seiner arbeitsvertraglich geschuldeten Leistung nachkommt, oder von dieser durch eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung befreit ist, spielt für eine Kündigung keine Rolle. Auch die Dauer der Betriebszugehörigkeit hat keinen Einfluss auf die Wirksamkeit einer Kündigung. Die einzige Frage die sich stellt ist, ob die während der Krankheitsphase ausgesprochene Kündigung gerechtfertigt ist.

Lautet der Kündigungsgrund Diebstahl, so spielt die Krankheit keine Rolle. Nur wenn die Krankheit oder die damit verbundenen Fehlzeiten ausschlaggebend für die ausgesprochene Kündigung sind, muss der Arbeitgeber die Wirksamkeit der Kündigung nach den Maßstäben des Kündigungsschutzgesetzes rechtfertigen können.

Ohne Abmahnung keine Kündigung

Die Abmahnung ist das Mittel des Arbeitgebers den Arbeitnehmer auf ein Fehlverhalten hinzuweisen. Daher sind Abmahnung in vielen Fällen vor Ausspruch einer Kündigung zwingend notwendig, aber nicht grundsätzlich erforderlich. Wird zudem eine fristlose Kündigung ausgesprochen, etwa wegen Diebstahl, sexueller Nötigung oder bei einer Tätlichkeit im Betrieb, so ist eine Abmahnung kaum mehr notwendig, da dem Arbeitgeber das Weiterführen des Arbeitsvertrages nicht mehr zuzumuten ist.

Bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber erhalte ich immer eine Abfindung

Der Rechtsirrtum es bestehe bei Kündigung ein Anspruch auf Abfindung beruht ein wenig auf die Möglichkeit eines Sozialplanes bei betriebsbedingten Kündigungen. Hier sind Abfindungszahlungen durchaus üblich, werden aber im Rahmen des Sozialplanes festgelegt. Bei einer personenbedingten, verhaltenbedingten oder gar der fristlosen Kündigung aus wichtigem Grund ist eine Abfindung zunächst keine Option.

Sie kommt nur deshalb in Frage, da der Arbeitgeber bei Anwendung des Kündigungsschutzgesetzes einen Kündigungsgrund braucht um sich von seinem Arbeitnehmer zu trennen. Diese Grund zur Kündigung kann der Arbeitnehmer im Rahmen einer Kündigungsschutzklage überprüfen lassen. Um dies zu verhindern oder einem für ihn ungünstigen Urteilsspruch aus dem Weg zu gehen, bietet der Arbeitgeber die Zahlung einer Abfindung an.



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