Gerichtsurteile für Teilzeitkräfte

Ohne sachliche Gründe darf der Arbeitgeber Teilzeitkräfte nicht vom Anspruch auf eine Betriebliche Zusatzversorgung ausgeschlossen werden. Das gilt auch und insbesondere für Arbeitnehmer im kirchlichen Bereich.
LAG Hamm Az: 10 Sa 1337/92

Beschäftigt der Arbeitgeber Teilzeitkräfte für einen halben Tag, so haben diese wie normale Vollzeitbeschäftigte einen Anspruch auf Überstundenzuschlage. Dieser Anspruch setzt nach der vereinbarten Stundenzahl pro Tag ein und nicht erst wenn die Teilzeitkraft über den Stundenrahmen einer Vollzeitkraft beschäftigt wird.
AG Hamburg Az: 21 Ca 173/91

Allerdings haben Teilzeitkräfte haben erst dann einen Anspruch auf Zahlung von Überstundenprozente wenn sie länger als die betriebsübliche wöchentliche Stundenzahl für Vollzeitbeschäftigte arbeiten.
ArbG Berlin Ca 24/599/92

Zahlt der Arbeitgeber einer Vollzeitkraft eine Jubiläumszugabe, so steht diese anteilig berechtigt, auch der Teilzeitkraft zu.
LAG Düsseldorf Az.: Sa 1278/90

Gleiches gilt, wenn die Vollzeitbeschäftigten eines Betriebes eine Sozialzulage erhalten. Dies kann zum Beispiel eine Zulage für Kinder beim Weihnachtsgeld sein. In diesem Fall ist die Zulage auf eine einzelne Stunde zu berechnen und mit den geleisteten Stunden der Teilzeitkraft zu multiplizieren.
BAG Az: 10 AZR 51/92

Teilzeitkräfte haben weitgehend die gleichen Rechte wie Mitarbeiter, die die volle Stundenzahl arbeiten. Nicht immer halten sich die Arbeitgeber daran. So hatte das Bundesarbeitsgericht in einigen Fällen für klare Verhältnisse zu sorgen. Beispielsweise dürfen Teilzeitkräften, soweit sie nicht nur geringfügig beschäftigt sind, die Leistungen der betrieblichen Altersversorgung aus der Zusatzversorgungskasse des öffentlichen Dienstes nicht versagt werden
BAG Az: 3 AZR 886/94

In einem anderen Fall hatte eine Studentin, die im öffentlichen Dienst teilzeitbeschäftigt war, dagegen geklagt, dass sie bestimmte tarifliche Leistungen aus dem Bundesangestellten-Tarifvertrag (BAT) nicht erhielt. Das Bundesarbeitsgericht entschied dazu: Die Vorschrift auf die sich der Arbeitgeber berief (§ 3 n BAT), ist wegen des Verstoßes gegen den Gleichheitsgrundsatz unwirksam. Nach Ansicht des Gerichts dürfen studierende Teilzeitkräfte nicht von der Geltung des Bundesangestelltentarifs ausgenommen werden
BAG Az: 6 AZR 50/94

Fällt bei einer Teilzeitkraft ein vereinbarter Arbeitstag auf einen Feiertag, so hat der Arbeitgeber diesen auch zu entlohnen.
Dabei spielt es keine Rolle ob die Teilzeitkraft diesen Tag bereits an einem anderen Tag heraus gearbeitet hat.
Bundesarbeitsgericht Kassel Az: 5 AZR 113/95

In einigen Bereichen erhält der Arbeitnehmer ab einer bestimmten Betriebszugehörigkeit einen besonderen Kündigungsschutz. Der Arbeitgeber muss diesen Kündigungsschutz auch seinen Teilzeitkräften bei rechnerisch gleicher Zugehörigkeit gewähren.
BAG Az: 2 AZR 175/96-03/97



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