Fristlose Kündigung: Aufnahme eines Personalgespräches mit dem Smartphone

Als Arbeitnehmer fühlt man sich oft missverstanden, hat vor Personalgesprächen ein ungutes Gefühl und nicht selten kommt man sich allein gelassen vor, selbst wenn der Betriebsrat mit am Tisch sitzt. Da liegt es nahe, dass man sich selbst schützen möchte und die Versuchung das Gespräch mittels der Aufnahmefunktion seines Smartphones zur „Beweissicherung“ mit zuschneiden kommt einem da schnell in den Kopf.

Ausschließlich bei Krankheit ist man nicht zum Führen eines Personalgespräches gezwungen!

Diese Idee sollte man aber schnell wieder vergessen. Das heimliche Mitschneiden eines Gespräches verstoße gegen das Persönlichkeitsrecht des oder der Gesprächsteilnehmer so das Hessische Landesarbeitsgericht. Es spricht nichts dagegen einen Schreibblock mitzunehmen und sich Notizen zu machen. Ein vertrauliches Gespräch jedoch aufzuzeichnen ist nach Art. 2 Abs. 1 und Art. 1 Abs. 2 Grundgesetz jedoch verboten.
Jedes Verbot hat jedoch auch seine Ausnahmen. So kann eine solche Aufnahme rechtens sein, sofern sie vorher von einem Richter gebilligt wurde. Man kann sich dieses bei verdeckten Ermittlungen vorstellen.

Die Aufnahme eines Gespräches im Arbeitsverhältnis jedoch dürfte in aller Regel zu einer Abmahnung in vielen Fällen aber auch zu einer fristlosen Kündigung führen. Bei dieser hat der Arbeitgeber und später auch das Gericht jedoch die Interessen beider Seiten abzuwägen.
In dem Fall vor Gericht, Az: 6 Sa 137/17 sah es für den Arbeitnehmer jedoch sehr schlecht aus. Er hatte zuvor Kollegen beleidigt und verbal angegriffen und beim Vorgesetzten wegen Minderleistung unangemessen angeschwärzt. Die dabei ausgesprochene Abmahnung trug dazu bei, dass die fristlose Kündigung in zwei Instanzen als rechtens erklärt wurde.

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