Abfindung nach Elternzeit (Kündigung)

  • hallo liebes Forum,

    ich bitte um Hilfestellung für meine momentane Lage:

    -bin am Ende meiner Elternzeit (von 2 Jahren)

    -möchte ab März wieder regulär Arbeiten in alter Firma

    -dort bin ich "ungewollt"

    -eine "offizielle" Kündigung gibt es nicht

    -bin auch durchaus bestrebt die Firma zu verlassen (das weiß mein Chef aber nicht)

    ->ich "poche" auf meinen bestehenden Arbeitsvertrag

    -8 Jahre Betriebszugehörigkeit, 1 Kind

    -ob ich einen Anwalt bemühen werde wiß ich noch nicht

    Nun möchte ich gerne eine "waage" Vorstellung von der realistischen Abfindungssumme bekommen:

    -ich kenne bereits die Regelung "0.5 Bruttomonatsverdienste pro Beschäftigungsjahr"

    -nun handelt es sich meiner Meinung nach um eine "besondere" Sachlage da mein AG mich ja nun nicht benachteiligen darf auf Grund der Elternzeit (das weiß er auch),

    eine betriebsbedinge Kündigung wäre unwirksam, da es viele andere Mitarbeiter gibt die weniger Betriebszugehörigkeit haben und kein Kind (alle in der selben Tätigkeit wie ich)

    ->deswegen möchte ich versuchen wesentlich MEHR Abfindung herauszuholen

    ->weiterhin möchte ich versuchen die eventuellen Kosten der Rechtsberatung zusätzlich auf den AG zu übertragen

    Was wäre denn nun eine realistische Abfindungssumme bei einem Bruttomonatsgehalt von 3000 EUR?

    Wie hoch könnten die Aufwendungen für die Rechtsberatung werden?

    vielen Dank für eventuell Antworten!

  • Hallo, es gibt in der Form keinen Abfindungsanspruch, da sie nicht gekündigt sind und bis zum Ende der Elternzeit Kündigungsschutz genießen. Zuerst einmal ist nun die Elternzeit zum angemeldeten Ablaufdatum zu beenden.

    Möglich wäre allerdings auch eine Verlängerung der Elternzeit um ein Jahr.

    Nach Ablauf der Elternzeit müssen sie sich am ersten Tag wieder zur Arbeit melden, da sie sonst gegen ihre Arbeitsvertraglichen Pflichten verstoßen.

    Weiterhin müssen sie bedenken, dass außer bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber ohne Eigenverschulden oder ihrer Mitwirkung an der Kündigung, ihnen das Amt eine Sperrzeit auf das Arbeitslosengeld verhängen kann.

    Es gibt also lediglich drei Möglichkeiten:

    1. Sie kündigen – schlecht, da keine Abfindung gezahlt werden muss und sie ihr Arbeitslosengeld riskieren

    2. Ihr Arbeitgeber kündigt sie. Hier können und sollten sie Kündigungsschutzklage erheben um ihre Ansprüche durchzusetzen. Empfehlenswert wäre nun der Beitritt in die in ihrem Betrieb ansässige Gewerkschaft oder der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung die jedoch beide eine Wartezeit von drei Monaten haben um Rechtsschutz zu erhalten.

    3. Sie und ihr Arbeitgeber setzen einen Aufhebungsvertrag auf, der recht eigenständig verfasst werden kann, aber viele Fallstricke bietet, so dass sie auch hier ohne anwaltliche Hilfe sicher der Verlierer sein werden.

    Ohne das notwendige Hintergrundwissen zu haben, warum sie scheinbar freiwillig auf ihren Arbeitsplatz verzichten wollen, sollten sie diesen Schritt nicht unbedacht gehen.

    Wollen sie nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses keine neue Arbeitsstelle besetzen?

    Haben sie vielleicht schon einen neuen Arbeitsplatz in Aussicht?

    Egal wie, sie können auch nach der Elternzeit zunächst ihre Arbeit wieder aufnehmen und sich aus der ungekündigten Stellung einen neuen Arbeitsplatz suchen.

    Eine Abfindung steht zunächst aber erst einmal in weiter Ferne.

  • vielen Dank für die schnelle Antwort.

    Das kein Anspruch auf Abfindung besteht weiß ich.

    Ich weiß auch dass es voraussichtlich auf einen Aufhebungsvertrag hinausläuft.

    Mein Chef hat mich dezent darauf hingewiesen, dass „wir eine finanzielle Lösung finden könnten“.

    Das ist zwar moralisch äußerst fragwürdig aber für Ihn offenbar die einzigste Möglichkeit mich los zu werden.

    Ich frage mich nur eben wie hoch ich pokern kann (Abfindungssumme?) ?

    Für den Fall das ich zu hoch setze bleibe ich eventuell auf den Rechtsanwaltskosten sitzen!?

    Ich hatte die Hoffnung hier im Forum ein „Gefühl“ für die mögliche Abfindungssumme in meinem Sonderfall zu bekommen.

  • Hallo, sofern sie davon ausgehen müssen, dass ihr Arbeitgeber alles daran setzen wird, jede mögliche Kündigungsform zu nutzen, also Personen oder verhaltensbedingt, dann ist ein Aufhebungsvertrag wirklich eine Alternative.

    Sie können sich die erreichbare Summe recht einfach ausrechnen.

    Je nach Bundesland wird einem Arbeitnehmer 1/3 – 1/2 des Bruttoeinkommens pro Beschäftigungsjahr in Netto zugesprochen. In ihrem Fall also eventuell 8.000 bis 12.000 Euro die je nach Art des Aufhebungsvertrages auf ihr Arbeitslosengeld angerechnet würden. Zudem entfallen auf die Abfindung Steuern, wahrscheinlich nach der fünftel Regelung.

    Im Fall von 12.000 Euro erhöht sich ihr Einkommen also um 2400 auf das sie Steuern bezahlen müssen. Je nach Steuerklasse ~ 800 bis 1200 Euro.

    Die Anwaltskosten. Bei einem Streitwert von 10.000 Euro müssen sie mit ca. 1.900 Euro Kosten rechnen.

    Zusammen gerechnet ergäbe das eine Summe von 15.000 Euro.

    Es wäre sehr untypisch, wenn sie mit dieser Forderung auf Gegenliebe stoßen würden

    Eine Summe darunter würde für sie in Anbetracht der Umstände schlechter stellen als die Arbeitsleistung weiter zu verrichten.

    Eine Summe darüber hinaus dürfte das Verhältnis noch weiter belasten.

    Die Anwaltskosten würden sie bei einer einvernehmlichen Lösung jedoch nicht ausschöpfen müssen. sie sollten aber einen Anwalt den Aufhebungsvertrag zur Einsicht vorlegen.

    Hinweis: Daten und Zahlen entsprechen einer Beispielrechnung eines fiktiven Falles und geben weder in ihrer Höhe oder Berechnung eine Darstellung des Einzelfalles wieder. Sie dienen lediglich zur Veranschaulichung und sind nicht zur Durchsetzung der persönlichen Ansprüche geeignet.
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