Ehemaliger Lebensgefährte stellt Forderungen
Bitte kostenlos Registrieren oder neues Passwort anfordern
  • Login:
+ Neues Thema erstellen     + Antworten
Ergebnis 1 bis 1 von 1

Ehemaliger Lebensgefährte stellt Forderungen im Forum Mietrecht vom Rechtsforum | Ratgeber Recht

      

Guten Tag, ich hoffe, dass ich im Mietrecht-Unterforum richtig gelandet bin, falls nicht - gerne ... Urteile und Rechtsfragen

  1. Nur eine Frage
    Registriert seit
    Apr 2015
    Beiträge
    1

    Standard Ehemaliger Lebensgefährte stellt Forderungen

    Guten Tag,

    ich hoffe, dass ich im Mietrecht-Unterforum richtig gelandet bin, falls nicht - gerne ins richtige Forum verschieben!

    Zur Situation. 2011 sind ein Pärchen und der erwachsene Sohn der Frau zur Miete in ein Einfamilienhaus eingezogen. Um die monatliche Miete (ca. 850€ warm) zu überweisen, hat das Paar ein gemeinsames Konto eingerichtet, auf das beide von ihren Privatkonten jeweils 500€ monatlich einbezahlt haben. Der Überschuss sollte als Puffer für Reparaturen, Anschaffungen, usw. dienen. Darauf haben sich beide mündlich geeinigt. Strom, Gas, Wasser, Internet und Telefon sind auf den Lebensgefährten angemeldet gewesen und auch von seinem Konto aus bezahlt worden. Dazu hat die Frau 160€ monatlich an ihn überwiesen - auch dies war eine mündliche Vereinbarung.

    Während des ersten Jahres hat der Lebensgefährte seinen Job gekündigt und die drei standen kurz davor wieder ausziehen zu müssen. Da die Frau jedoch angemessen verdient, konnten sie das Haus halten und auch der Lebensgefährte hat es mit einigen Ausnahmen hinbekommen seinen Teil der Kosten weiterzubezahlen. Er wollte daraufhin selbstständig werden. Die dadurch entstandenen Kosten wurden durch den, zwar überschaubaren aber ausreichenden, "Puffer" des gemeinsamen Kontos gedeckt.

    Allerdings scheiterte auch die Selbstständigkeit und der Lebensgefährte wurde Arbeitslos mit späterer Konsequenz: Hartz4 für zwei Monate - anschließend hat er wieder Arbeit gefunden, allerdings in sehr geringem Maße. Sein Einkommen hat noch ausgereicht, um seine Kosten zu decken, die Frau kam für den Lebensunterhalt (Nahrungsmittel, Hygieneartikel, Putz- und Waschmittel, etc.) auf. Der Frau gehört auch das Auto - allein. Sie hat ihn ständig irgendwo hingefahren während seiner Jobsuche, seiner versuchten Selbstständigkeit, etc.

    Ende 2012 hat der Lebensgefährte ohne das Wissen der Frau und ihres Sohnes versucht den Mietvertrag zu kündigen. Da sowohl die Frau, als auch der Lebensgefährte den Mietvertrag unterschrieben haben, hat die Hausverwaltung der Kündigung nicht zugestimmt und die Frau über den Versuch informiert, die daraufhin natürlich aus allen Wolken gefallen ist. Allerdings haben sich nach kurzer Zeit die Wogen geglättet und es lief eigentlich ganz gut.

    Anfang Oktober 2014 hat der Lebensgefährte dann wieder versucht den Mietvertrag zum 31.12.2014 zu kündigen. Erneut geschah dies ohne das Wissen der anderen beiden. Sie haben davon durch Zufall erfahren, als er vergessen hatte die Kündigung und die Faxbestätigung vom Küchentisch verschwinden zu lassen. Es kam, wie es kommen musste, es begann ein großer Streit, der auch des öfteren schnell sehr lautstark wurde und gegen Ende des Jahres hin auch in Handgreiflichkeiten seitens des Lebensgefährten mündeten. Die Frau hat mit der Hausverwaltung gesprochen, welche bestätigte, dass die Kündigung eingegangen sei und der Vermieter überlege ihr zuzustimmen und sich noch eine Lösung für die Frau und ihren Sohn überlegte.

    Diese Lösung folgte auch: Die Frau und der Sohn können seit dem 01.01.2015 zur Hälfte der Miete im Haus weiterwohnen, bis sie eine passende neue Wohnung gefunden haben. Mit diesem Angebot im Rücken stimmte die Frau der Kündigung des bisherigen Mietvertrages zu.

    Die letzten acht Wochen in diesem Haus waren ziemlich hart. Der Lebensgefährte hat recht schnell eine neue Wohnung gefunden, sollte den Schlüssel zu dieser auch Anfang Dezember ausgehändigt bekommen. Die Verwalterin seiner Wohnung war jedoch lange Zeit nicht erreichbar, was zu einer erheblichen Verzögerung geführt hat: Er hat die Schlüssel erst am 30.12.14 erhalten. Allerdings hat er auch vorher keinerlei Anstalten gemacht den Auszug vorzubereiten. Weder waren Kartons oder Koffer gepackt, noch seine Möbel abgebaut oder Ähnliches. Selbst am Silvestertag des vergangenen Jahres machte er keine Anstalten seine Sachen auch nur anzurühren, um sie zu packen. Auf die Frage hin, wann er denn gedenke auszuziehen erhielt man nur wütende Rechtfertigungen, die fast wieder in Aggression und Gewalt ausgeufert wären. Als die beiden schließlich zur Bank gefahren sind, um das gemeinsame Konto aufzulösen, fragte der Lebensgefährte die Frau noch im Auto, ob er noch ein paar Tage bleiben könne. Er würde dafür auch zahlen.

    In Anbetracht der Lage und des von ihm ausgehenden Gewaltpotenzials während der Streits (in denen übrigens mehrmals seitens der Frau verlangt wurde, dass er zum 01.01.15 das Haus zu verlassen habe), sagte die Frau, die sich auch bedroht fühlte, dass er noch etwas Zeit habe, jedoch so schnell wie möglich ausziehen soll.

    Das endete schließlich darin, dass er erst zum 10.01.2015 das Haus schlussendlich mit seinen Sachen verließ. Zu diesem Zeitpunkt machte er gute Mine zum bösen Spiel, da sein Vater ihm geholfen hat seine Sachen rauszuschaffen. Er wirkte das erste Mal seit Wochen freundlich, höflich und nett und bot der Frau sogar an das Geschehene bei einem gemeinsamen Kaffee in ein paar Wochen zu rekapitulieren, um wenigstens nicht im komplett Bösen auseinander zu gehen.

    Bis vor drei Wochen haben die Frau und der Sohn auch nichts mehr gehört. Dann jedoch haben sie Post erhalten - von der Mutter des ehemaligen Lebensgefährten. Diese kümmerte sich die gesamte Zeit lang um die finanziellen Angelegenheiten und Unterlagen des Lebensgefährten und machte der Frau und ihrem Sohn nun klar, dass sie die Kosten der letzten knapp vier Jahre auseinanderrechnen würde, um alles "fair und gerecht" über die Bühne zu bringen.
    Anfang dieser Woche kam dann eine Kostenaufstellung, in welcher der ehemalige Lebensgefährte bzw. seine Mutter knapp 700€ von der Frau fordern - aufgrund angeblich zu geringer Zahlungen der Nebenkostenanteile (zur Erinnerung: die Frau hat jeden Monat pünktlich 160€ an ihn überwiesen). Diese habe sie aus den Rechnungen von Telekom, und dem Strom- und Gasanbieter errechnet, da der von der Frau gezahlte Anteil in den vier Jahren angeblich, in Anbetracht der Höhe der Rechnungen zu niedrig gewesen sei.

    Das sehen die Frau und ihr Sohn selbstverständlich nicht ein. Zum einen hat sich der ehemalige Lebensgefährte nie darüber beschwert, dass die Frau zu wenig gezahlt hat. Wenn er sich über die Kosten beschwerte, dann dass die Gesamtkosten zu hoch gewesen seien. Allerdings hat der Sohn der Frau mehrfach Angebote von anderen Strom-, Gas-, Internet-, und Telefonanbietern vorgelegt, mit welchen die drei wesentlich günstiger weggekommen wären. Diese Angebotsvorschläge wurden immer nur mit "Ja, später vielleicht" oder "Hab ich jetzt keine Lust das alles anzugucken und durchzurechnen" seitens des ehemaligen Lebensgefährten quittiert.

    Weiterhin hat die Hausverwaltung ebenfalls Anfang der Woche ein Schreiben erhalten, in welchem die Mutter bzw. der ehemalige Lebensgefährte über 2000€ wegen angeblich zu viel bezahlter Miete fordern. Scheinbar kann er sich nicht mehr an die 2011 getroffene Vereinbarung erinnern, dass beide Parteien 500€ auf das gemeinsame Konto einzahlen und davon die Miete abgeht. Die Hausverwaltung hatte selbstverständlich keinen Einblick auf dieses Konto, hat also entsprechend reagiert und gesagt, dass sie damit nichts am Hut hat (wortgetreu: "Ich sehe nur, dass die korrekte Miete pünktlich eingegangen ist. Ich bin doch nicht Ihre Sekretärin!").

    Nun haben die Frau und ihr Sohn sich die Umstatzberichte von Ende 2013 bis Ende 2014 von der Bank für das gelöschte gemeinsame Konto geben lassen.
    Aus dieser geht hervor, dass der ehemalige Lebensgefährte monatlich bis Mai 2014 nur 480€ statt der vereinbarten 500€ überwiesen hat - und das auch immer erst zur Mitte des Monats. Dadurch war das Konto monatlich zwischen 11 und 17 Tagen um ca. 300€ im Minus, da zwischendurch immer wieder Geldbeträge in bar vom Konto abgehoben wurden, was das geplante "Polster" unmöglich gemacht hat.

    Die Frau und ihr Sohn überlegen sich, bevor sie einen Anwalt einschalten, erstmal mit einem Brief zu reagieren, in dem sie auflisten welche Kosten die Frau in den letzten vier Jahren durch ihn hatte - Stichwort Einkäufe, Fahrten, von ihm nicht bezahlte Rechnungen, etc., sowie evtl. die zehn noch im Haus verbrachten Tage in Rechnung stellen, das Austauschen des Türschlosses* - und die Forderung vorerst ablehnen, bis sie geordnete Unterlagen erhalten haben, aus welchen die Forderung hervorgeht. Das alles mit einer Frist von 14 Tagen. Sollte diese Frist verstreichen, werden sie die Forderung ohnehin als gegenstandslos ansehen.

    (*: Das Türschloss musste ausgetauscht werden, da der ehemalige Lebensgefährte entgegen der Vereinbarung mit der Hausveraltung noch einen Haustürschlüssel besaß und sich nachweislich (Nachricht auf dem Anrufbeantworter, in dem er dies zugibt) versucht hat Zugang zum Haus in Abwesenheit der Frau und ihres Sohnes zu verschaffen.)

    Nun meine Fragen:
    1.) Hat der Lebensgefährte tatsächlich diese Ansprüche bzgl. der Nebenkosten?
    Dazu: Er hat sich in den vier Jahren nicht darüber beschwert, dass die Frau zu wenig gezahlt hätte. Angebote, welche eine finanzielle Erleichterung der Situation ermöglicht hätten, hat er ausgeschlagen.

    2.) Ist das eine angemessene Reaktion? Sollte die Frau überhaupt reagieren? Oder doch direkt einen Anwalt einschalten?

    Vielen lieben Dank im Voraus. Diese Situation könnte den betroffenen theoretischen Personen seit Tagen schlaflose Nächte bereitet haben und immernoch bereiten...

    Mit freundlichen Grüßen,
    brudertuck

    Weitere Beiträge aus diesem Bereich::


    •   Alt


      Registriert seit:
      Nov 2009
      Beiträge:
      1,245

        

 



 

Ähnliche Themen

  1. Ominöse Forderungen im Forum Allgemeine Rechtsfragen
    Hallo, seit Anfang 2012 bekomme ich regelmäßig Post von einem Unternehmen, welches 11000€ von mir fordert die sie damals angeblich ausversehen auf...
  2. Forderungen im Forum Allgemeine Rechtsfragen
    Hallo, ich habe plötzlich eine Forderung vom Anwalt bekommen, welcher sich jetzt ungelogen seit ca. 2011 nicht mehr gemeldet hatte, und die...
  3. Verjährung von Forderungen im Forum Allgemeine Rechtsfragen
    Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe mit dem Im Juli 2010 bestellte Ware für 3.000,00€ erhalten. Nun habe ich im Januar 2013 die Rechnung...
  4. Ehemaliger Mieter klagt auf Instandssetzungskosten im Forum Mietrecht
    Mal angenommen, jemand schließt vor ca. 20Jahren einen Mietvertrag über eine Werktstatt ab. Diese wurde bereits vorher als Werkstatt genutz, wird...
  5. Ehemaliger Rehabilitant möchte Weiterbildung/Umschulung nach § 77 SGB III durchsetzen im Forum Arbeitsrecht
    Ehemaliger Rehabilitant nun Alg1 Empfänger will eine Weiterbildungsmaßnahme nach § 77 SGB III durchsetzen, da er seine längjährige Tätigkeit als...
     + Kostenlose Rechtsfrage ins Forum stellen

Themenrelevante Suchanfragen

Diese Rechtsfrage oder Urteil beantwortet die Fragen nach:

Stichworte

anrufbeantworter anwalt arbeitslos auszug auto bank brief entgegen erreichbar familie forderung frage frist gewalt günstiger hartz hausverwaltung internet jahres kostenaufstellung kündigen kündigung lebensunterhalt liebe lösung miete mietrech mietrecht mietvertrag mutter post rechnungen recht silvester stelle streit strom tagen telefon vereinbarte vergessen vermieter vertrag ware wasser wesentlich wohnung zeit zeitpunkt ziemlich