Testament widersprüchlich?
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  • 1 Post By Volker

Testament widersprüchlich? im Forum Erbrecht vom Rechtsforum | Ratgeber Recht

      

Guten Abend, unser Vater hat ein Testament hinterlassen. Darin legt er die gesetzliche Erbfolge fest. ... Urteile und Rechtsfragen

  1. Unregistriert
    Ratgeber Recht Gast

    Standard Testament widersprüchlich?

    Guten Abend,

    unser Vater hat ein Testament hinterlassen. Darin legt er die gesetzliche Erbfolge fest. Für den Fall, dass keine Nacherben vorhanden wären (Kinder und Enkelkinder sind aber da) legte er fest, dass sein Besitz (u.a. noch nicht bezahlte Immobilien) an eine Stiftung übergehen solle (nicht weiter benannt). Seine Erben sollen frei über alles verfügen, "bei Verkauf fiele der Erlös an die Stiftung"...

    Die Rechtspflegerin meint, durch diesen Passus könnten wir nichts verkaufen, ohne den Erlös an eine nicht näher benannte Stiftung zu verlieren.
    Wir sind sicher, dass ihm eine solche Wirkung seines Testaments nicht recht wäre und von ihm auch nicht beabsichtigt war.

    Was tun? Anwalt nehmen?
    Wer legt denn fest, ob die Auslegung der Rechtspflegerin "rechtens" ist und wir wirklich so verfahren müssten?
    Gibt es ähnliche Fälle?

    Freue mich über Einschätzungen!
    Grüße
    C.

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    •   Alt


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  2. Hilfsbereit
    Registriert seit
    Oct 2009
    Beiträge
    336
    Blog-Einträge
    3

    Standard AW: Testament widersprüchlich?

    Hallo, hier sind zu viele Fragen offen um das man sich wirklich ein Bild machen kann.
    Aber ich versuche einmal meine Meinung kund zu tun.
    Die gesetzliche Erbfolge ist gegeben.
    Gibt es keinen gesetzlichen Erben mehr, kommt die Stiftung zum Zuge und wird Erbnehmer.

    Jetzt die erste Frage:
    Der Besitz wird mit x + belastete Immobilen beziffert.
    Übersteigt der Wert der Immobilen deren Restschuld, also würde sich eventuell unterm Strich beim Verkauf ein Überschuss bilden?
    Den nur dann hätte die Stiftung ja ein Interesse an dem Erbe, würde man annehmen die Erben aus der Erbfolge schlagen das Erbe aus.

    bei Verkauf fiele der Erlös an die Stiftung
    Dieser Satz ist wohl aus dem Zusammenhang gerissen worden.
    Was sagt das Testament dazu genau aus?

    Scheinbar ist geschrieben worden,
    es erben meine Kinder, sind diese nicht mehr da, so erbt die Stiftung
    oder wollen meine Kinder die Häuser verkaufen, so müssen sie den Gewinn an die Stiftung zahlen.

    Da steckt der Hase natürlich im Detail.
    Ihr übernehmt nun die Immobilien.
    Ungeachtet dessen dass sie ohne die Häuser verkaufen zu wollen, die Restschuld durch die Erben abgetragen werden muss, setzt der Besitz der Immobilien ja auch eine gewisse Summe an Instandhaltungskosten voraus.
    Da hat sich der Erblasser aber wenig Gedanken drum gemacht, denn die Erben haben den Willen des Verstorbenen genau einzuhalten.
    Bedeutet hier, bewohnen der Häuser oder vermieten ja, verkaufen aber nicht.
    Nun könnte man genau das als Willen des Vaters annehmen, nämlich das die Häuser im Familienbesitz bleiben sollen.
    Das ist nicht unüblich, hier wurde der Wille durch die Einsetzung der Stiftung als Sanktion gesichert.

    Ich meine, im Grunde wird die Rechtspflegerin schon den Willen des Erblassers richtig gedeutet haben.
    Ist ja nicht so, dass die nicht wissen wovon sie reden.
    Den Gang zum Fachanwalt für Erbrecht würde ich aber gehen.
    Im Rahmen einer Überprüfung der Testamentsauslegung ist ja vielleicht was zu machen.
    Man könnte annehmen, dass vielleicht der Wille war, dass die Erben wirklich machen können was sie wollen, da die beiden Halbsätze,

    "Erben sollen frei über alles verfügen" und "bei Verkauf fiele der Erlös an die Stiftung" sind doch etwas beißen.
    Nach dem Motto, ihr zahlt meine Häuser ab, habt dadurch aber keinen Zugriff auf das investierte Geld durch einen Hausverkauf.
    Der Passus im Testament ist vielleicht auch durch eine Überschreibung zu umgehen.
    So dass die Erben das Erbe an ihre Kinder überschreiben. Damit wäre die zweite Erbfolge eingetreten und der Passus im Testament könnte aufgebraucht sein, da nicht mehr die Erben verkaufen, sondern die "Erbeserben"
    Was für ein tolles Wort

    Also kurz gesagt, ich kann mir nicht vorstellen ,dass so der Wille des Vaters gewesen war und denke, dass ihr mit Hilfe eines versierten Anwaltes im Erbrecht sicher ein Weg finden werdet, der alle zufrieden stellt.
    Gruß Volker
    Helferlein gefällt dies.
    Ohne Rechtsschutz kein Recht. Günstige Rechtsschutzversicherung bei der ARAG abschließen.

  3. Unregistriert
    Ratgeber Recht Gast

    Standard AW: Testament widersprüchlich?

    Danke Volker,

    das hilft mir schon ein bisschen weiter.

    Wir sind sicher, dass der Passsu "fällt bei Verkauf an eine Stiftung" nur für den Fall und in dem Zusammenhang gedacht war, dass es keine Erben und Nachfolge-Erben gäbe, also der Vater selbst oder ein Letztversterbender von uns ohne Erben bleibt.

    Es war immer die Rede davon, dass wir gemeinsam (haben die eine Immobilie auch gemeinsam mit den Eltern bewohnt und die laufenden Kosten getragen) oder die, die ggf. über bleiben, z.B. bei beruflicher Veränderung oder wenn wir die Kosten nicht mehr tragen könnten auch verkaufen würden und ggf. in anderer Gegend mit dem verbleibenden Geld (sollten dann noch Schulden vorhanden sein und aus dem Erlös abgezahlt werden müssen) "neu anfangen" würden.

    Wir werden einen Anwalt befragen.

    Wann wird denn eigentlich das Testament "ausgelegt" - wann wird der Richter aktiv?
    Erst nach Beantragung des Erbscheins?
    Laufen da Fristen?

    Grüße
    C.

  4. Hilfsbereit
    Registriert seit
    Jul 2010
    Beiträge
    2,376
    Blog-Einträge
    45

    Standard AW: Testament widersprüchlich?

    Hallo, es war immer die Rede davon....
    ich habe vom Erben, vererben und den ganzen Erbangelegenheiten schlicht weg keine Ahnung, könnte da lediglich nur im Netz auffindbare Informationen einbringen.
    Dennoch möchte ich meine Auslegung des Testamentes, obwohl dieses im Wortlaut hier nicht genannt wurde darlegen.

    Dem ersten Beitrag und der letzten Antwort entnehme ich, dass die Eltern, zumindest der Vater mit den Kinder zusammen eine Immobile bewohnt haben. Der Wille des Vaters ist durchaus so zu beschreiben, dass die Kinder sein Vermögen erben sollen, nur ist zum Zeitpunkt de Todes vom Vater kein Erbe mehr vorhanden, dann soll alles verkauft werden und der Erlös nach Abzug der Restschuld an die Stiftung und nicht an Vater Staat gehen.
    Das wäre meine "Testamentsauslegung"

    Das ergibt sich für mich auch aus den Bruchteilen in der Fragestellung:

    Seine Erben sollen frei über alles verfügen
    Wille des Verstorbenen war es also, den Kindern und Erben keine Steine im Weg zu legen.

    Für den Fall, dass keine Nacherben vorhanden wären
    Also wenn die Kinder bereits verstorben sind und die gesetzliche Erbfolge ausgeschöpft wurde

    bei Verkauf fiele der Erlös an die Stiftung
    ist wohl entweder mein Aufsetzen des Testamentes schlecht oder im falschen Kontex in das Testament eingebracht worden.
    Hier scheint lediglich zu fehlen, dass vorrangig die Erben zu bestimmen haben was passiert und bei Verkauf den Erlös für ihre Zukunft verbrauchen können und nur wenn keine Erben mehr vorhanden sind, dass dann die Stiftung eingeschaltet wird.

    Ist der Stiftung ihre Stelle im Testament des Vaters bekannt?
    Und, wo wurde das Testament aufbewahrt?
    Das Amtsgericht eröffnet, wenn es von einem Todesfall erfahren hat, ein dort aufbewahrtes Testament.
    Quelle: Rechte und Pflichten des Testamentsvollstreckers Erbrecht
    Oder lag es zu Hause, eventuell bei einem Notar?
    Dann kann ich vielleicht Informationen dazu finden.

    Das Helferlein

  5. Unregistriert
    Ratgeber Recht Gast

    Standard AW: Testament widersprüchlich?

    Hallo Helferlein,

    das Testament lag zu Hause.

    Wir legen es genau so aus!
    Alles was er tat und sagte, passt nur damit zusammen.

    Wir waren ganz iriritiert, von der Rechtspflegerin eine solche Ansicht zu hören - es wäre uns niemals in den Sinn gekommen, das so zu verstehen.

    Wir bewohnen die eine Immobilie selbst, wollen das auch weiterhin tun, wenn sich nicht Umstände ergeben, die uns zu anderem zwingen. Dann allerdings könnte auch ein Verkauf nötig werden (berufliche Veränderung etc., Versterben eines der Erben, sodass die Unterhaltung nicht mehr gesichert ist oder aber auch hohe, unvorhergesehene Investitionskosten, die nicht aus Mieteinnahmen gedeckt werden können ... das würde uns zum Verkauf der einen oder der anderen oder auch beider Immobilien bwegen...

    Im Übrigen ist keine besondere Stiftung benannt, nur das es eine soziale, caritative oder ökoloigsche sein könnte - oder auch eine Stiftungsneugründung.
    Aber, wie geschrieben, uns war dieser Gedanke bekannt nur für den Fall, dass keiner seiner Nachkommen mehr erben kann - dann sollte es eben nicht an "Vater Staat" fallen ( Zitat Vater: "Womöglich kaufen die Waffen davon...") .

    Ja, schwierig.
    Gruß
    C.

    •   Alt


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