Gekündigt, Arbeitgeber verlangt nun Kündigungsschreiben
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Gekündigt, Arbeitgeber verlangt nun Kündigungsschreiben im Forum Arbeitsrecht vom Rechtsforum | Ratgeber Recht

      

Hallo zusammen! Angenommen, eine Studentin kommt aus dem außereuropäischen Ausland und arbeitete auf Aushilfsbasis in ... Urteile und Rechtsfragen

  1. Nur eine Frage
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    Standard Gekündigt, Arbeitgeber verlangt nun Kündigungsschreiben

    Hallo zusammen!
    Angenommen, eine Studentin kommt aus dem außereuropäischen Ausland und arbeitete auf Aushilfsbasis in einem Restaurant. Da sie wegen eines Todesfalls in der Familie unverzüglich in ihr Heimatland aufbrechen muss, bleibt sie der Arbeit eine Woche eher als vereinbart war fern. Sie hatte mit dem Chef zwei Wochen Weihnachtsurlaub vereinbart, effektiv war sie dann also drei Wochen nicht da. Bei Ihrer Rückkehr teilte ihr Chef ihr dann mit, dass er sie bereits ersetzt habe und sie nicht mehr brauche. Gleichzeitig verlangt er aber von ihr ein Kündigungsschreiben. Zurecht?

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    •   Alt


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  2. Hilfsbereit
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    Standard AW: Gekündigt, Arbeitgeber verlangt nun Kündigungsschreiben

    Zitat Zitat von swiss Beitrag anzeigen
    Gleichzeitig verlangt er aber von ihr ein Kündigungsschreiben. Zurecht?
    Natuerlich nicht. Es kuendigt immer der, der das Vertragsverhaeltnis beenden will. Wenn der Chef sie also los werden will, dann hat er gefaelligst selbst zu kuendigen.

    Ob hier eine fristlose Kuendigung durch den Arbeitgeber moeglich ist, waere arbeitsgerichtlich zu entscheiden. Mit meiner Meinung nach sehr hoher Wahrscheinlichkeit duerfte eine fristlose Kuendigung hier aber ueberzogen sein. Eine ordentliche fristgemaesse Kuendigung sollte hier jedoch moeglich sein. Die Selbstbeurlaubung durch die Mitarbeiterin duerfte einen hierfuer ausreichenden Grund darstellen.

    Die Kuendigung muss uebrigens zwingend schriftlich erfolgen. Also nicht muendlich, nicht per E-Mail und auch nicht per Fax sondern auf richtigem Papier mit eigenhaendiger Originalunterschrift des Arbeitgebers. Bis zum Zugang der schriftlichen Kuendigung bleibt das Arbeitsverhaeltnis unveraendert bestehen, sie hat einen Gehaltsanspruch und der Arbeitgeber hat Anspruch auf die geschuldete Arbeitsleistung. Sie sollte also unbedingt wieder dort hin gehen und ihre Arbeitskraft anbieten. Wird sie dann vom Chef wieder nach Hause geschickt, waere es gut, wenn sie dafuer Zeugen haette.

    Nach Zugang der schriftlichen Kuendigung hat sie 3 Wochen Zeit, um beim zustaendigen Arbeitsgericht Kuendigungsschutzklage zu erheben. Dafuer braucht sie keinen Anwalt (den sie in jedem Fall selbst bezahlen muesste), das kann sie auch allein erledigen. Man wird ihr bei der Formulierung der Klageschrift behilflich sein. Wichtig: Die Dreiwochenfrist ist unbedingt einzuhalten, danach geht in aller Regel gar nichts mehr.

    Fuer diese sog. "Kuendigungsschutzklage" ist es von Bedeutung, ob ueberhaupt Kuendigungsschutz besteht oder nicht. Kuendigungsschutz besteht grundsaetzlich erst ab dem 7. Monat des Arbeitsverhaeltnisses und dann auch nur, wenn im Betrieb regelmaessig mehr als 10 Vollzeitkraefte beschaeftigt werden ("Teilzeitler" zaehlen anteilig, Auszubildene und Chef selbst zaehlen gar nicht).

    Besteht kein Kuendigungsschutz, dann macht eine Kuendigungsschutzklage nur Sinn, wenn es sich um eine friostlose Kuendigung handelt oder die Kuendigungsfrist nicht eingehalten wurde. Das bedeutet dann Gehaltsanspruch mindestens bis zum Ablauf der Kuendigungsfrist. Diese betraegt in den ersten 2 Jahren des Arbeitsverhaeltnisses gesetzlich 4 Wochen zum Monatsende. Tarifvertraglich - aber nicht auch einzelvertraglich - kann aber auch eine kuerzere Frist vereinbart werden. Eine laengere Kuendigungsfrist als die gesetzliche kann hingegen auch einzelvertraglich wirksam vereinbart werden.

    Wenn aber Kuendigungsschutz besteht, kann auch gegen eine ordentliche fristgemaesse Kuendigung geklagt werden. Dann ueberprueft das Gericht zusaetzlich, ob der Kuendigungsgrund fuer eine ordentliche Kuendigung ausreicht. Dies duerfte bei einer Selbstbeurlaubung ueber eine ganze Woche jedoch hoechstwahrscheinlich der Fall sein. Ich wuerde es aber dennoch versuchen. Schliesslich kommt es immer auf den Einzelfall an. Hierbei koennen u.a. die bisherige Dauer des Arbeitsverhaeltnisses eine Rolle spielen, im beschriebenen Fall aber wohl auch der Hintergrund der Selbstbeurlaubung.

    Handelt es sich gar um ein befristetes Arbeitsverhaeltnis UND es wurde vertraglich nicht ausdruecklich eine Moeglichkeit fuer eine ordentliche Kuendigung vereinbart, kann das Arbeitsverhaeltnis gar nicht ordentlich gekuendigt werden. Eine ausserordentliche/fristlose Kuendigung ist bei besonders schwerwiegendem Fehlverhalten (das meiner Meinung nach hier aber nicht vorliegt) aber auch bei einem befristeten Arbeitsverhaeltnis moeglich.


    Sie sollte jetzt also erst einmal wieder ihre Arbeitskraft anbieten, Beweise sichern (Zeugen) und den Zugang des schriftlichen Kuendigungsschreibens abwarten. Keinesfalls sollte sie aber selbst kuendigen.

  3. Hilfsbereit
    Registriert seit
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    Beiträge
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    Standard AW: Gekündigt, Arbeitgeber verlangt nun Kündigungsschreiben

    Für das Kündigungsschreiben hat der Chef zu sorgen, da er Kündigen möchte

    •   Alt


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