Angedrohte Kündigung mit vermeintlich traurigem Ende...
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Angedrohte Kündigung mit vermeintlich traurigem Ende... im Forum Arbeitsrecht vom Rechtsforum | Ratgeber Recht

      

Werte Ratgebende, meine Frau arbeitet nun seit über 4,5 Jahren in einer als Rechtsanwaltfachangestellte in ... Urteile und Rechtsfragen

  1. Unregistriert
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    Standard Angedrohte Kündigung mit vermeintlich traurigem Ende...

    Werte Ratgebende,

    meine Frau arbeitet nun seit über 4,5 Jahren in einer als Rechtsanwaltfachangestellte in einer Kanzlei für Arbeitsrecht, in der sie auch Ihre Ausbildung absolviert hat. Seit Beginn an, wurde ihr eine überzeugende und gute Arbeitsleistung attestiert. Innerhalb des vergangenen halben Jahres haben sich sukzessive Unstimmigkeiten zwischen ihr und dem AG "aufgeschaukelt" - aus vermeintlichen Lappalien entstanden vermutlich unüberwindbare Mauern. Objektiv gesehen, wird man selbstverständlich festhalten müssen, dass hierbei beide Parteien ihr Zutragen geleistet haben oder zumindest eine Lösung der Ursachen ignoriert haben.

    Seit nunmehr 3 Wochen wissen wir beide, dass wir stolze Eltern werden - unserer Informationspflicht an den AG sind wir direkt am Tag, nachdem wir beide von unseren Glück erfahren hatten, nachgekommen. Nach dem der AG informiert wurde, wurde in einem angesetzten Gespräch meiner Partnerin alle ihre "Fehler" energisch vorgeworfen (sie sei unfreundlich, arrogant, bevormunde Anwälte...).Nach unserer (selbstverständlich subjektiv geprägten) Auffassung, haben diese Anschuldigung weder Berechtigung noch Substanz - insbesondere ein harmonisches und freundschaftliches Verhältnis zu allen anderen Kollegen bekräftigen uns dabei in unserer Meinung.

    Schon während dem Gespräch ist sie dabei in Tränen ausgebrochen und ließ die Worte über sich ergehen, unmittelbar nach der folgenden Freistellung für den Tag, suchten wir gemeinsam einen Psychiater auf, der sie wegen der nervlichen Belastung auf Arbeit krankgeschrieben hatte, auch, bzw. insbesondere, zum Schutz des Ungeborenen(Sie befand sich zu dem Zeitpunkt im ersten Trimester). Innerhalb dieser Zeit hat sie an einen Samstag an einer Prüfung einer privaten Weiterbildung teilgenommen - rechtlich wohl ein Fehler, der uns zu dieser Zeit nicht wirklich bewusst war.

    Nach Ablauf der Krankschreibung kehrte sie motiviert zur Arbeit zurück, in der aufrichtigen Hoffnung, sich zum Wohle unseres Kindes, mit dem AG auf ein vernünftiges und gesundes Zusammenarbeiten einigen zu können. Nach etwa einer Stunde wurde sie zum Meeting zitiert - der AG hatte (vermutlich) sie während ihrer gesamten Krankschreibung von einem Privatdetektiv observieren lassen, der auch den Tag der Prüfung festhielt. Der Vorwurf an sich ist, dass sie einen vorsätzlichen Arbeitszeitbetrug begangen hat, und man sie, falls sie sich nicht auf einen Aufhebungsvertrag einlässt, anzeigen wird, sowie eine fristlose Kündigung beantragen wird.

    Hinzu kamen im Gespräch weitere zahlreiche Vorwürfe und Drohgebärden, u.a. da sie in ihrer geführten Nebenkasse einen einstelligen Euro Betrag zuviel hat. Das traurige und verletzende waren dabei gerade die gewählten Formulierungen des AG ("Ich sorge dafür, dass Ihre Karriere am Ende ist.", "Denken sie an sich und ihr Baby - wollen sie sich wirklich mit mir anlegen?") Zumindest diese Sätze haben sich unwiderruflich eingeprägt und ihre Spuren hinterlassen - beweisbar ist das ganze natürlich nur schwerlich, da das Meeting unter 6 Augen stattfand (beide AGs und sie).

    Als Optionen offerierte man ihr demnach entweder die Aufhebung, sie könnte weiterarbeiten, wenn sie sich um 180° ändert "unter strikter Reglementierung und Überwachung" (kein O-Ton, nur sinngemäß) oder sie könnte sich auf einen Rechtstreit einlassen (ergo nervliche und psychische Belastung ...). In dem Gespräch ist sie erneut in Tränen ausgebrochen, der AG äffte sie nach und verhöhnte diesen Emotionsausbruch vehement.

    Das Traurige, fernab aller juristischer Randfakten, ist dabei, dass sie am selbigen Tag einen Termin bei ihrem Frauenarzt hatte. Dieser konnte leider nur feststellen, dass der heranwachsende Fetus unterentwickelt sei und in Kombination mit den zuvor eingesetzten, unregelmäßigen Blutungen, die Wahrscheinlichkeit einer anstehenden Fehlschwangerschaft stark gegeben ist ... daraufhin erfolgte ein Nervenzusammenbruch ... und ein Attest für den AG.

    Unmittelbar am selben Abend konnte ich mich bereits mit einem Fachanwalt kurzschließen, der mich über Optionen und mögliche Szenarien aufklären konnte. Trotz allem ist es mir wichtig, Ihre Meinungen, Eindrücke und evtl. auch Vorschläge anzuhören, da ich mir leider nicht sicher bin die Situation alleine und emotionsneutral zu handhaben.

    Ich habe als Betroffener selbstverständlich keine objektive Sicht auf alle Sachverhalte, deshalb habe ich versucht im Text möglichst sachgerecht und neutral zu bleiben. Auch habe ich versucht mich anhand der belastbaren Begebenheiten zu orientieren und Eindrücke aus persönlichen Gesprächen mit meiner Frau nicht aufzuführen, da diese vermutlich nur schwer belegbar und subjektiv geprägt wiedergegeben werden müssten.

    Ich danke Ihnen für Ihre Geduld beim Lesen

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  2. Hilfsbereit
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    Standard AW: Angedrohte Kündigung mit vermeintlich traurigem Ende...

    Hallo,

    schwierige und verfahrene Situation. Wollen wir hoffen, dass es Ihrer Frau bald wieder gut geht. Das mit dem Fetus wollen wir das Beste hoffen.

    Nun mal zum Rechtlichen. Der AG ist ein RA. Er kann genug "Beweise" und das wirklich jetzt in Gänsefüsschen aufdecken. Sie haben sich ja schon mit einem anderen RA unterhalten. Mal zur allg, Info. Kein RA oder Arzt, Steuerberater etc. will einen Kollegen anschwärzen. Sehr schwierig.

    Ein AG verlangt von einem Angestellten diverse Voraussetzungen, Gesten und Auftreten. Gerade in so einem Job, der ja täglich mit Mandanten (also Kunden die das Geld bringen) ist das sehr wichtig. Wenn ein AG , so wie das geschildert, etwas zu bemängeln hat,

    ...da sie in ihrer geführten Nebenkasse einen einstelligen Euro Betrag zuviel hat
    ok, besser zuviel als zu wenig. Aber das Gnze sagt ja aus, dass die Kassenführung nicht ordentlich geführt ist. Denken Sie nur mal an das Urteil letzten Jahres, als eine Kassiererin einen weggeworfenen Leergutpfandschein eingelöst hat. Die Richter gaben der fristlosen Kündigung Recht.

    Wenn ein AG ein RA ist, würde ich Nichts Grosses unternehmen. Es liegen hier reine arbeitsrechtliche Dinge vor, die jeder AG individuell sieht. Dem Einen ist es "wurscht" dem Andedren eben nicht. Nur der jetzige AG wird die besseren Karten haben.

    Jetzt mal in Ruhe abwarten. Je nachdem was jetzt mit dem Kind wird, einen neuen Job suchen. Jetzt oder dann in 3 bis 4 Jahren.

    Alles Gute
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    Grüsse aus dem Schwabenländle
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  3. Hilfsbereit
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    Standard AW: Angedrohte Kündigung mit vermeintlich traurigem Ende...

    Hallo lieber Ratsuchender, zuerst einmal möchte ich zur Schwangerschaft beglückwünschen und hoffe dass trotz aller Umstände ein gesundes Kind zur Welt kommt. Im Grunde habt ihr beiden alles was da zugehört um später eine tolle Familie zu werden. Eine Frau die mit einer guten abgeschlossenen Berufsausbildung in die Schwangerschaft geht, bereits mehrere Jahre hier erlernt Beruf gearbeitet hat und ein Mann der von ganz hinter seiner Familie steht. Gerade in einer solchen Situation die von dir beschrieben, ist das mehr wert als alles Geld der Welt.

    Nun aber zu meiner persönlichen Einschätzung der Sachlage. Deine Frau und der Arbeitgeber haben sich verkracht. Wie Du selbst geschrieben hast werden dabei sicherlich beide nicht ganz unschuldig gewesen sein. Nachdem deine Frau nun ihren Arbeitgeber von der Schwangerschaft informiert hat, scheint es so, dass diese im Zuge eines Aufhebungsvertrages, sich von seiner schwangeren Mitarbeiter trennen möchte. Hier möchte ich gleich den dringenden Rat geben, dass man niemals einen Aufhebungsvertrag ohne rechtliche Prüfung unterschreiben sollte, egal wie sehr man unter Druck gesetzt wird, da die würden einen Eimer unterschriebenen Aufhebungsvertrag rechtlich einzugreifen sehr sehr hoch sind.

    Fangen wir einmal an die Sache ein wenig zu entrümpeln. Der Arzt hat deine Frau krankgeschrieben. Wenn dieser Arbeitsunfähigkeit hat sie an einem Samstag an einer Prüfung einer privaten Weiterbildung teilgenommen. Das muss nicht einmal ein rechtlicher Fehler gewesen sein, denn wohl hat der Mitarbeiter alles zu tun um seine Gesundheit schnellstmöglich wieder zu erlangen, im Umkehrschluss, alles zu unterlassen was seine Genesung entgegensteht, der Besuch einer Weiterbildung ist für mich aber keine gesundheitsgefährdender Tätigkeit. Der Gesetzgeber sagt lediglich, eine entgeltliche Arbeit während der Krankschreibung ist untersagt. Wäre die Sache hier so eindeutig, dass gerade wegen dem Besuch der Prüfung zur privaten Weiterbildung der Arbeitgeber hier eine enorme Chance sehen würde seine Mitarbeiterin loszuwerden, würde er erst gar nicht mehr einen Aufhebungsvertrag anbieten.
    Hier glaube ich nicht, dass der Arbeitgeber sich hundertprozentig auf der sicheren Seite wägt und deshalb auch keine Kündigung wegen Verletzung der arbeitsrechtlichen Pflichten ausgesprochen hat.

    Ein bisschen schmunzeln musste ich, als ich gelesen habe, dass der Arbeitgeber seine Frau wegen Arbeitszeit Betrug anzeigen. Wo bitteschön möchte er den deine Frau anzeigen? Wenn überhaupt, handelt es sich um eine zivilrechtliche Angelegenheit, bei der zum Beispiel die Polizei überhaupt nichts zu tun hat. Was im Höchstfalle möglich wäre, ist eben die genannte fristlose Kündigung, verbunden mit einer Schadensersatzklage wobei dann der Arbeitgeber in der Pflicht wäre, zu belegen, dass die Teilnahme an der Prüfung Einfluss auf die Krankheits-Dauer genommen hat.

    Die Drohung eine fristlose Kündigung auszusprechen, ist in vielen Bereichen nur dazu gedacht, den Mitarbeiter unter Druck zu setzen. Zum einen hängt sich der Mitarbeiter, ich stehe von heute auf morgen ohne Arbeit dar. Zum anderen stellt man sich auch die Frage, ob dann eine Sperre vom Arbeitsamt zu erwarten ist, weil Falle einer fristlosen Kündigung, das Arbeitsamt durchaus davon ausgehen kann, dass man die Kündigung vorsätzlich herbei geführt hat, bzw. seinen Arbeitsplatz fahrlässig gefährdet hat. Also droht der Arbeitgeber gerne einmal mit einer fristlosen Kündigung. Doch wir wissen Hunde, die bellen beißen nicht. Wenn doch alles so klar ist, warum wird die fristlose Kündigung dann nicht ausgesprochen? Ganz einfach weil der Arbeitgeber sich nicht in den Rechtsstreit begeben möchte und das aus gutem Grund.

    Dass ein Arbeitgeber seine Mitarbeiter unter Druck setzt, wenn er ihn aus der Firma haben will ist nicht neu. Formulierungen die du genannt hast sind aber schon untersten Schublade. Hier zeigt sich ein deutlich, dass der Arbeitgeber die private Situation seiner Frau ausgenutzt.

    Nun habt ihr also drei Optionen. Entweder ihr unterschreibt den Aufhebungsvertrag, ihr geht einen harten Rechtsstreit ein oder deine Frau dreht sich um 180°, was das auch immer bedeuten soll.
    Was verdient eine Gehilfin den heute so? Im Falle der Aufhebung des Arbeitsvertrages würde ich mal so mit maximal 2500 bis 2800 Euro Abfindung rechnen. Pro Jahr der Anwesenheit im Betrieb ein Drittel bis die Hälfte des Nettolohns. Kannst Du ja selbst einmal für die Nachrichten. Ich glaube nicht dass dies eine Option für euch ist.

    Was wäre denn im Falle eines Rechtsstreites? So ein Rechtsstreit ist gar nicht so unheimlich aufregend. Der Arbeitgeber stellt die fristlose Kündigung aus und wird dann wahrscheinlich wegen der für mich ziemlich unklaren Sachlage mit der Nebenklasse die sofortige Freistellung von der Arbeit begründen. Dann habt ihr maximal drei Wochen Zeit in der ihr unter Mithilfe eines Fachanwaltes für Arbeitsrecht die Kündigungsschutzklage ans Gericht sind. Es ist zwar richtig, dass ein Anwalt dem anderen nichts schlechtes will, es ist aber absolutes Tagesgeschäft, dass Anwälte gegen einander arbeiten, bzw. jeder für seinen Mandanten. Wenn ihr dann die Kündigungsschutzklage verliert, o.k. dann ist das Arbeitsverhältnis aufgehoben. Letztlich aber kann euch dann Arbeitsamt wenig Verschulden an der Beendigung des Arbeitsverhältnisses geben. Im Falle der Schadensersatzklage wegen angeblichen Arbeitszeitbetruges kann meiner Meinung nach nicht wirklich viel kommen. Mit einem in Deutschland Schadensersatz zusteht, muss ihm ein finanzieller Schaden entstanden. Nun hast du nicht angegeben wie lange die Krankenmeldung anstand, in der deine Frau zur privaten Weiterbildung gegangen ist. Meiner Einschätzung nach aber ist maximal bei einer Verurteilung das bezogene Arbeitsentgelt zurück zuerstatten. Jedoch weigern sich die Gerichte oft gegen die Bescheinigung eines Arztes zu urteilen, sofern nicht hundertprozentig nachgewiesen werden kann, dass der Arbeitnehmer vorsätzlich Arbeitszeitbetrug begangen hat, und das Attest des Arztes durch Beweise widerlegt werden kann.

    Als dritte Option steht dann noch die 180° Drehung seiner Frau zur Debatte. Das ist doch mal ein toller Vorschlag. Deine Frau befindet sich aktuell in einer besonderen Situation und steht damit auch unter dem besonderen Kündigungsschutz. Das weiß der Arbeitgeber nur zu gut

    Nun möchtest Du zum Abschluss noch Meinungen eindrücken und eventuell auch Vorschläge haben wie die Zukunft aussehen kann.
    Würde meine Familie vor einer solchen Situation stehen, würde ich alles daran setzen, dass meine Frau nicht weiter arbeiten gehen muss, in der Hoffnung das das ungeborene Baby die Schwangerschaft überlebt und wir eine Familie werden.
    Daher würde ich den Arbeitgeber einen Brief schreiben, den ich die Vorwürfe zurückweisen und von der Arbeitsunfähigkeit meiner Frau informieren würde.
    Damit wäre deine Frau zunächst aus der Schusslinie raus. Meiner Meinung nach ist das Arbeitsverhältnis schon so zerrüttet, dass hier wenig Aussicht auf Erfolg besteht, dass deine Frau bis ins Rentenalter in dieser Firma arbeitet. Aber wie sagt man so schön, andere Arbeitgeber suchen auch gutes Personal.

    Ich hoffe dir mit meiner Meinung ein klein wenig geholfen zu haben und wünsche euch beiden, hoffentlich bald euch dreien, ganz viel Glück für die Zukunft.

    Eines muss ich aber noch zu dem Hinweis vom Seppel sagen:
    Denken Sie nur mal an das Urteil letzten Jahres, als eine Kassiererin einen weggeworfenen Leergutpfandschein eingelöst hat. Die Richter gaben der fristlosen Kündigung Recht.
    Das erwähnte Pfandbon-Urteil im Fall "Emmely" ging völlig anders aus als hier erwähnt. Das Bundesarbeitsgericht hat die zuvor ausgesprochene und von den ersten Instanzen für rechtmäßig erklärte Kündigung aufgehoben und der Mitarbeiterin den Arbeitsplatz zurück gegeben.
    Pfandbon-Urteil: "Emmely" darf zurück an die Kasse - Panorama | STERN.DE
    Für mich eine Heldin :)

    Viele Grüße
    Das Helferlein

  4. Hilfsbereit
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    Standard AW: Angedrohte Kündigung mit vermeintlich traurigem Ende...

    Hallo Helferlein,

    von den ersten Instanzen für rechtmäßig erklärte Kündigung aufgehoben und der Mitarbeiterin den Arbeitsplatz zurück gegeben.
    Danke für den Hinweis. Hatte ich so ganz aus den Augen verloren. Aber Fakt ist, und das zeigt dieses Pfandbon-Urteil, dass ein AG wegen peanuts klagt um einen AN loszuwerden. Es ging hier auch nur um 1,30 Eur.
    Wie immer nur ein Tipp !

    Grüsse aus dem Schwabenländle
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  5. Unregistriert
    Ratgeber Recht Gast

    Standard AW: Angedrohte Kündigung mit vermeintlich traurigem Ende...

    Werte Ratgebende,

    zunächst vielen Dank für Ihre schnellen Antworten und begleitenden Genesungswünsche. Es hilft mir sehr, durch Ihre unabhängigen Blickwinkel, unsere Situation "besser" einschätzen zu können.

    Ihre Meinung, dass ich meine Frau im Allgemeinen aus der Schusslinie halten sollte, teile ich zu 100%. In dem gestrigen Gespräch mit dem AG habe ich sie daher vertreten und um einen fairen Aufhebungsvertrag gebeten. Auch wenn ich für mich persönlich durchaus bereit und mehr als gewillt wäre, es "darauf ankommen zu lassen", kann ich es meiner Frau nicht zu muten, das belastende Prozedere für die nächsten X Monate zu ertragen.

    Das Angebot seitens der AG mit den "fairen" Inhalten des Aufhebungsvertrags bestand in der Beendigung zum Ablauf diesen Monats (also in 4 Werktagen und kein "ungerades" Datum), sowie die Ausstellung eines "durchschnittlich guten" Zeugnisses, bei dem man uns maximal entgegen kommt und den Sachverhalt der ungenauen Kasse ausblenden würde. Meiner Forderung um mehr Zeit, da wir sowohl Vertrag als Zeugnis vor Unterschrift durch einen Anwalt prüfen lassen wollen, könne man dabei nicht nachkommen, da man binnen einer kurzen Frist den Antrag auf außerordentliche Kündigung bei der Aufsichtsbehörde zu stellen hat.

    Die recht kurze "Verhandlung" blieb demnach ergebnisoffen - man wird demnach den Antrag bei der Aufsichtsbehörde stellen und als mögliche Szenarien wird man entweder mich informieren, wenn man bereit sein sollte auf uns einen Schritt einzugehen, oder aber die nächste Mitteilung erfolgt zur Anhörung bei der entsprechende Behörde. Verblüfft von der mir entgegengebrachten Kaltblütigkeit war ich, als man meine, zugegeben induzierende, Frage "ob sie nicht nur einen wirtschaftlichen Kostenblock loswerden wollen würde", bejahte und anschließend durch ein müdes Lächeln zu kaschieren versuchte ...

    Nun gut, es nimmt ein wenig Anspannung zu lesen, dass die argumentationsrichtung von Helferlein sehr treffsicher und on track mit den Aussagen unseres konsultierten Fachanwaltes sind. Allerdings muß ich durchaus zu gestehen, dass ich auch die von Seppel angesprochene Skepsis teile, da der AG uns fachliche und erfahrungsmäßig um Welten voraus ist - er ist sich vermeintlich sehr genau bewusst, welche Habel er hat bzw. wie er sich Sachverhalte zurecht zu legen hat. Man hat uns ja unmissverständlich zu Verstehen gegeben, dass man im Falle eines Streits uns nicht nur Steine in den weiteren Lebensweg legen wird, sondern den Weg gänzlich betonieren will.

    Aus diesen Überlegungen heraus, wird mein Ziel der Sache vermutlich sein, schnellstmöglich einen "gesunden" schlusstrich zu ziehen, der keinerlei finanzielle Aspekte beinhalten muss, sondern lediglich ein Zeugniss beinhaltet, dass die tatsächliche Realität widerspiegelt - nämlich dass die Arbeitsleistung meiner Frau jederzeit vorbildlich und jederzeit "top notch" war, wie auch die AGs ihr zumindestens in den ersten 52 Monaten ihrer Beschäftigung kontinuierlich bestätigten. Auch in dem vom AG benötigte Zwischenzeugnisse, zur Verkürzung der Ausbildungszeit + Prüfungszulassung, wurde ihr nicht nur ein sehr gutes, sondern sogar ein durchgängig "exzellentes" Arbeitswesen attestiert.

    Um die von Ihnen angesprochenen Aspekte aufzuhellen: Die Krankmeldung meiner Frau war für 2 Wochen gültig; an einem Samstag hat sie an der Prüfung teilgenommen und diese in knapp unter 1,5 Stunden beendet. Ich habe sie dabei sowohl auf den Hin- und Rückweg abgeholt. Alle restlichen Tage hat war sie zur Schonung zu Hause oder bei ihren Eltern (wie die Privatdetektive bestimmt bestätigen können).

    Der Sachverhalt mit der Kasse ist mir nach wievor nicht greifbar - der Überbetrag wurde unverzüglich an eine Arbeitskollegin, mit langjährigerer Betriebszugehörigkeit gemeldet (hierarchisch jedoch gleichgestellt), eine feste Anweisung bzw. Vorschrift, dass der AG informiert hätte werden soll, bestand nicht. Zudem wurde bereits "aufgeklärt", dass es sich um eine private einlage meiner Frau handelte, allerdings konnte der eingelegte Betrag zu diesem Zeitpunkt nicht entsprechend gegengewechselt werden. Da man jedoch seitens der AG diese Erklärung nicht nachvollziehen konnte bzw. sollte, verlangte man eine weitere Erklärung (mir ist nicht klar, was man gerne hören wollen würde...)

    Eine schriftliche Mitteilung über die beiden aufzuklärende Sachverhalte, erachte ich für eine gute Idee, die ich bisher auch nicht auf den schirm hatte - vermutlich würde ich mich dahingehend abstimmen, wie ein derartiger schriftsatz aufzusetzen ist, damit man uns (im Fall der fälle) dies nicht negativ auslegen könnte.

    Auf jeden Fall danke ich Ihnen vielmals und hoffe für mich persönlich, dass thema binnen der nächsten Tage endgültig ad acta legen zu können.

    Vielen Dank!

  6. Hilfsbereit
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    Standard AW: Angedrohte Kündigung mit vermeintlich traurigem Ende...

    Halten Sie uns dochmal auf dem Laufenden. Würde hier sicher Viele sehr interessieren.
    Wie immer nur ein Tipp !

    Grüsse aus dem Schwabenländle
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  7. Unregistriert
    Ratgeber Recht Gast

    Standard AW: Angedrohte Kündigung mit vermeintlich traurigem Ende...

    Werter Schlappeseppel,

    dass werde ich natürlich, im Rahmen meiner Möglichkeiten, sehr gerne tun.

    Beste Grüße

  8. Hilfsbereit
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    Standard AW: Angedrohte Kündigung mit vermeintlich traurigem Ende...

    Ich schließe mich den Genesungswünschen an.
    Der Beruf des Anwaltes suggeriert, der hat Ahnung, der bekommt eh Recht.
    Es ist aber so, dass nicht der Beruf vor Gericht entscheidet, sondern die Fakten.
    Richtig ist, dass eine fristlose Kündigung "auf dem Fuße" erfolgen muss, also zeitnah zur Pflichtverletzung.

    Unter normalen Umständen sollte hier der Rechtsweg beschritten werden. Aufgrund der Schwangerschaft aber geht die Gesundheit von Mutter und Kind vor, das ist sehr lobenswert.

    Nimm doch das gemachte Angebot mit zu einem Anwalt, Fristsetzung hin oder her.
    Lasse von diesem selbst ein Angebot erstellen, welches die geforderten Punkte z.B. das Zeugnis beinhaltet aber auch einen finanziellen Ausgleich schafft.
    Der Arbeitgeber kann die Kündigung jederzeit wieder zurück ziehen, da es bis zur Verhandlung sicher zwei Monate dauern wird.
    Da ist genügend Zeit um etwas auszuhandeln.
    Was ihr finanziell rausschlagen könnt, nehmt ihr als Schmerzensgeld für die Aufregung und legt es für das Kind gut an.
    Alles Gute für die Zukunft
    Gruß Volker

  9. Unregistriert
    Ratgeber Recht Gast

    Standard AW: Angedrohte Kündigung mit vermeintlich traurigem Ende...

    Werte Ratgebende,

    um die Sache in aller Kürze zu beenden, habe ich heute i.A. den aufhebungsvertrag unterzeichnet. Die inhaltlichen Konditionen sind für uns dabei "grottenschlecht" ausgefallen - zumindest auf ein Arbeitszeugnis, was die sehr gute Arbeitsleistung widerspiegelt konnte man sich einigen.

    Es war für mich eine sehr schwere Entscheidung dies zu akzeptieren, da ich meine Position so einschätze, dass es mir mehr als nur gut möglich gewesen wäre, das Luftschloss der AGs einzureißen. Letztlich lag die Entscheidung bei meiner Frau - welche schlicht und ergreifend weder Kraft noch Nerven aufbringen hätten können, diese Menschen erneut zu sehen/ zu ertragen. In Abwägung, dass ich es mir nie verzeihen könnte falls dem Nachwuchs im Zuge der emotionalen Belastung etwas noch kritischeres passiert, wenn ich die entscheidung anderst getroffen hätte, finde ich mich damit widerwillig ab.

    Abzuwarten bleib demnach nur noch, ob die AGs tatsächlich Ihrer Pflicht zur Ausstellung des sehr guten Zeugnisses nachkommen, oder und erneute Stolpersteine auferlegen.

    In Summe waren die letzten Tage für mich eine abscheuliche Erfahrung, da ich es nicht für möglich gehalten hätte, dass Menschen, deren täglich Brot es ist Arbeitnehmer zu vertreten, mit einer derartigen Kaltblütigkeit eine Schwangere Frau als wirtschaftlichen Ballast betrachten und dabei nicht nur keine Rücksicht auf "Kollateralschäden" das Ungeborenen nehmen, sondern diesen Umstand als Repressalie gezielt ausnutzen.

    Das ist für uns zunächst schwer zu verdauen, deshalb überwiegt auch ein wenig die Erleichterung, diesen Menschen zukünftig nie mehr begegnen zu müssen.

    Für Ihre wertvollen Worte Ihnen allen vielen Dank,

    Beste Grüße

  10. Hilfsbereit
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    Standard AW: Angedrohte Kündigung mit vermeintlich traurigem Ende...

    Hallo,

    Ihre Entscheidung sehe ich ein und war sicher in Ihrer Situation richtig. Aber Sie können uns ja mal mit dem Arbeitszeugnis auf dem Laufenden halten. Da gibt es Floskeln die ersteinmal sympathisch klingen aber in Wirklichkeit eine schlechte Beurteilung darstellen.
    Wie immer nur ein Tipp !

    Grüsse aus dem Schwabenländle
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    Die Oldieband aus dem Ländle

    •   Alt


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